22.1. –– 29.1.2020
Solothurner Filmtage
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Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage verzeichnen über 66'000 Eintritte Medienmitteilung: «A la recherche de l’homme à la caméra» und «Baghdad in my Shadow» gewinnen die Hauptpreise der 55. Solothurner Filmtage Medienmitteilung: Gleichstellung und Diversität an den 55. Solothurner Filmtagen Medienmitteilung: Die Solothurner Filmtage trauern um die Filmproduzentin Tiziana Soudani Medienmitteilung: Verleihung des «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» 2020 Medienmitteilung: Der «Upcoming»-Nachwuchspreis geht an Dejan Barac für «Mama Rosa» Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage sind eröffnet Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage werden heute eröffnet Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage nehmen «Bildbuch» von Jean-Luc Godard ins Programm auf Medienmitteilung: Die regionalen Höhepunkte der 55. Solothurner Filmtage Medienmitteilung: «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?» Medienmitteilung: Der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» 2020 geht an Lorena Handschin, Roland Vouilloz, Stefan Kurt und Manuela Biedermann Medienmitteilung: filmo-Vorpremiere an den 55. Solothurner Filmtagen: Die neue Fassung von «Anna Göldin – Letzte Hexe» ist der erste in 4K HDR Dolby Vision erhältliche Schweizer Film Medienmitteilung: Die Filmverleiherin Bea Cuttat wird mit dem «Prix d’honneur» der 55. Solothurner Filmtage ausgezeichnet Medienmitteilung: Das Programm der 55. Solothurner Filmtage Die Regisseurin Ursula Meier, die Künstlerin Cemile Sahin und der UN-Botschafter Mirko Manzoni bilden die Jury des Prix de Soleure 2020 Medienmitteilung: «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eröffnet die 55. Solothurner Filmtage 2020 Medienmitteilung: Cinéma Copines – Patricia Moraz, Christine Pascal & Paule Muret Medienmitteilung: Heidi Specogna ist Ehrengast der «Rencontre» 2020 Medienmitteilung: Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage 2019 Medienmitteilung: Anita Hugi wird Direktorin der Solothurner Filmtage
Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage verzeichnen über 66'000 Eintritte

Die Solothurner Filmtage gingen gestern Abend mit der Preisverleihung und «Soirée de clôture» zu Ende. Die 55. Ausgabe verzeichnete über 66'000 Eintritte. Der «Prix de Soleure» ging an Boutheyna Bouslama für ihren ersten langen Dokumentarfilm «A la recherche de l’homme à la caméra». Samir nahm für seinen Exilthriller «Baghdad in my Shadow» den «PRIX DU PUBLIC» entgegen.

«Ich bin sehr glücklich mit der künstlerischen und numerischen Bilanz», kommentiert Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, die Resultate ihrer ersten Werkschau. «Das Programm der 55. Solothurner Filmtage stiess auf grossen Zuspruch. Mit über 66'000 Eintritten und einer Auslastung von 70.5% (+2%) in den Kinos stellen wir fest, dass das Interesse für den Schweizer Film erneut gestiegen ist. Am letzten Freitag, 24. Januar haben wir mit über 11'000 Eintritten den publikumsstärksten Freitag in der Geschichte des Festivals erlebt. Im Vorjahresvergleich (2019: 64'971) verzeichnen wir eine Zunahme von über 1'000 Eintritten. Nur im Jahr des 50. Jubiläums 2015 pilgerten mit insgesamt 68'000 Eintritten mehr Menschen an die Filmtage. 2020 standen im Vergleich zu den Vorjahren weniger Plätze zur Verfügung, u.a. weil das Kino Palace nach dem Umbau mit insgesamt weniger Sitzplätzen wiedereröffnet hat. Daher ist die Steigerung der effektiven Gesamtzahlen auf über 66'000 Eintritte besonders erfreulich». Zu den Preisen der 55. Solothurner Filmtage sagt Anita Hugi: «Dieser Palmarès steht für eine Vision der Solothurner Filmtage, die mir sehr gefällt. Er verbindet die Sprachregionen, die Generationen, die Genres und das Publikum in einem kreativen Dialog».

Zu den weiteren Höhepunkten der Werkschau gehörten die Verleihung der Upcoming-Preise und die erste Party der Schweizer Filmhochschulen im ehemaligen Industrieareal Attisholz vor den Toren Solothurns. Dort nahm Dejan Barac der Nachwuchspreis der 55. Solothurner Filmtage für seinen kurzen Dokumentarfilm «Mama Rosa» entgegen. Nach einem Branchenanlass und der Preisverleihung tanzten gegen 1'000 Festivalbesucherinnen und -besucher bis in die frühen Morgenstunden. Über 170 Studierende aus allen Landesteilen nutzten die neue Filmstudierenden-Akkreditierung.  

Das Spezialprogramm «Fokus» widmete sich vor vollen Rängen dem Boom des seriellen Erzählens. Der «Prix d’honneur» wurde der Filmverleiherin Bea Cuttat verliehen und die Scheinwerfer des Spezialprogramms «Rencontre» richteten sich auf die Dokumentarfilmregisseurin Heidi Specogna. Sie stellte während sieben Tagen ihr gesamtes, fast 40 Jahre überspannendes Oeuvre persönlich vor und gab in zwei öffentlichen Master classes Einblick in ihre Arbeit. Auch im Spezialprogramm «Histories du cinéma suisse» standen Regisseurinnen im Zentrum: Mit fünf Spielfilmen der Westschweizer Filmpionierinnen Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret wurden «bekannte Unbekannte» der Schweizer Filmgeschichte vorgestellt. Den Abschluss des ausverkauften filmhistorischen Programms bildete eine Wikipedia-Schreibwerkstatt, wo in Zusammenarbeit mit «Who writes his_tory» und Wikimedia Schweiz Einträge zu Frauen im Schweizer Film verfasst wurden.

«Die starke weibliche Präsenz zeigte sich auch im Panorama Schweiz. Ich freue mich besonders, dass wir im Januar 2020 erstmals Parität bei den aktuellen kurz- und mittellangen Filmen im Programm erreichen konnten», erläutert Anita Hugi. «In den Preissektionen war der Anteil an Schweizer Regisseurinnen ebenfalls erfreulich hoch».

Im Rahmen der 55. Solothurner Filmtage fand zudem das erste «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?» in der Säulenhalle des Landhauses statt. 12 Filmschaffende trafen sich vor rund 100 Interessierten zu einem Austausch über den Umgang mit postkolonialen Bildern im Schweizer Film.

Die 55. Solothurner Filmtage zeigten vom 22. bis 29. Januar 2020 im «Panorama Schweiz» auf neun Leinwänden insgesamt 179 kurze, mittellange und lange Schweizer Filme.

Medienmitteilung: «A la recherche de l’homme à la caméra» und «Baghdad in my Shadow» gewinnen die Hauptpreise der 55. Solothurner Filmtage

Die 55. Solothurner Filmtage gingen heute mit der Preisverleihung und «Soirée de clôture» zu Ende. Die Jury vergab den «Prix de Soleure» an den Dokumentarfilm «A la recherche de l’homme à la caméra» von Boutheyna Bouslama. Der Spielfilm «Baghdad in my Shadow» von Samir wurde mit dem «PRIX DU PUBLIC» ausgezeichnet.  

Boutheyna Bouslama nahm den zwölften «Prix de Soleure» für ihren Erstling «A la recherche de l’homme à la caméra» entgegen. Die tunesische Regisseurin erzählt in ihrem Dokumentarfilm von der dreijährigen Odysee, zu der sich die Suche nach ihrem Jugendfreund entwickelt. Sie trifft Menschen, die den vermissten syrischen Medienaktivisten kannten und zeichnet das vielschichtige filmische Porträt einer unsichtbaren Person. Die Jurymitglieder Ursula Meier, Cemile Sahin und Mirko Manzoni zeigten sich beeindruckt «von der Narration, der filmischen Handschrift und der deutlichen Haltung gegenüber der Leerstelle, die ihr Freund hinterliess. Mit ihrem Film macht Boutheyna Bouslama die Verschwundenen von Kriegen und vergessenen Konflikten sichtbar. Sie tut dies mit einer Aufrichtigkeit, die viel öfter nötig wäre.»

Boutheyna Bouslama liess sich an der Kunsthochschule HEAD in Genf zur visuellen Künstlerin und Filmemacherin ausbilden. Nachdem die Aufenthaltsbewilligung für ihr Studium abgelaufen war, musste sie Schweiz verlassen und lebt seither in Istanbul. «A la recherche de l’homme à la caméra» ist eine Koproduktion der Genfer Produktionsfirma Close Up Films. Der mit CHF 60'000.- dotierte Jurypreis der Solothurner Filmtage wird getragen vom Fonds «Prix de Soleure» sowie dem Kanton und der Stadt Solothurn. Die Preissumme geht je zur Hälfte an Regie und Produktion.

Samir erhielt für «Baghdad in my Shadow» den mit CHF 20'000.- dotierten Publikumspreis. Der irakisch-schweizerische Regisseur erzählt darin die Geschichte einer irakischen Exilgemeinschaft, die sich im Londoner Café Abu Nawas täglich trifft und deren Leben bald dramatische Wendungen nimmt.

Der «PRIX DU PUBLIC» wurde vom Festival-Hauptsponsor Swiss Life in Zusammenarbeit mit den Solothurner Filmtagen zum 13. Mal verliehen. Die Preissumme geht je zur Hälfte an Regie und Produktion (Dschoint Ventschr Filmproduktion). «Baghdad in my Shadow» ist für den Schweizer Filmpreis 2020 in den Kategorien «Bester Spielfilm», «Bestes Drehbuch» und «Beste Montage» nominiert. Der Film läuft derzeit in den Deutschschweizer Kinos und startet am 19. Februar 2020 in den Kinos der Westschweiz.

Medienmitteilung: Gleichstellung und Diversität an den 55. Solothurner Filmtagen

Ein Jahr nach der Unterzeichnung der Charta zur Gleichstellung und Diversität von SWAN (Swiss Women’s Audiovisual Network) stellten die Solothurner Filmtage heute die Gleichstellungsstatistik zum Programm 2020 vor. Im Panorama Schweiz stammen 50% der Kurzfilme und 32% der langen Filme von Regisseurinnen. Auch in den Entscheidungsgremien der Solothurner Filmtage ist der Frauenanteil gestiegen. So finden sich im Vereinsvorstand drei Frauen (38%) und in der Geschäftsleitung beträgt der Frauenanteil 43%. Die Direktion der Solothurner Filmtage hat mit Anita Hugi ebenfalls eine Frau inne. Die Zahlen wurden während des Edit-a-thons «Who writes his_tory?» präsentiert, wo zum Abschluss des filmhistorischen Programms «Cinéma copines» Wikipedia-Einträge von Frauen im Schweizer Film verfasst wurden.

«Die Zahlen der diesjährigen Selektion sind sehr erfreulich, insbesondere dass wir im Januar 2020 erstmals Parität bei den kurz- und mittellangen Filmen erreichen konnten», sagte Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. «Auch in den Preissektionen ist der Anteil an Schweizer Regisseurinnen erfreulich hoch. Die Solothurner Filmtage bekennen sich zu den Anliegen der Charta. Sie ist ein wertvolles Instrument der Selbstvergewisserung.» SWANs Ko-Präsidentinnen Gabriel Baur und Stéphane Mitchell ergänzen: «Zwischenzeitlich haben sieben Schweizer Filmfestivals die Charta unterzeichnet. Die Zahlen der Solothurner Filmtage zeigen, dass Veränderung in Kooperation schnell möglich ist. Die Tatsache, dass der neue Pacte de l’audiovisuel ein Gendermonitoring vorsieht, bestärkt uns zusätzlich».

Während des ersten Solothurner Edit-a-thons «Who writes history? verfassten Wikipedia-Debütant*innen und -Kenner*innen Einträge von Frauen im Schweizer Film für die Online-Enzyklopädie. Mit einer Gedenkminute gedachten die Teilnehmenden der Schreibwerkstatt der Tessiner Produzentin und Solothurner SWAN Charta-Patin Tiziana Soudani, die am Wochenende verstorben ist. «Tiziana Soudani war eine herausragende Produzentin mit 30 Jahren im Beruf, eine Inspiration, ein Vorbild und eine Unterstützerin von SWAN. Wir werden sie alle sehr vermissen», sagten beiden Ko-Präsidentinnen von SWAN.

Zahlen zur Gleichstellung und Diversität an den 55. Solothurner Filmtagen

Bei 32% der selektionierten 81 Langfilme führten Frauen Regie. Der Frauenanteil bei den Einreichungen betrug 29%. In der Auswahlkommission betrug der Frauenanteil 50%.

Bei 50% der selektionierten 81 Kurzfilme führten Frauen Regie. Der Frauenanteil bei den Einreichungen betrug 50%. In der Auswahlkommission betrug der Frauenanteil 75%.

Im «Prix de Soleure» stehen 12 Filme von 5 Regisseurinnen und 8 Regisseure, darunter eine Ko-Regie (m/w), d.h. der Anteil an Regisseurinnen beträgt 37%. In der Jury nehmen zwei Frauen und ein Mann Einsitz.

Im «PRIX DU PUBLIC» stehen 12 Filme von 5 Regisseurinnen und 8 Regisseure, darunter eine Ko-Regie (m/m), d.h. der Anteil an Regisseurinnen beträgt 42%.

Im gesamten Panorama Schweiz finden sich 82 Regisseurinnen (31 von langen Filmen und 51 von kurzen Filmen) und 134 Regisseure (66 von langen Filmen und 66 Kurzfilmen).

Die Spezialprogramme «Rencontre» (18 Kurz- und Langfilme), «Histoires du cinéma suisse» (10 Filme) und «Fokus» (8 Filme) sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Medienmitteilung: Die Solothurner Filmtage trauern um die Filmproduzentin Tiziana Soudani

Die Solothurner Filmtage nehmen tief bestürzt Kenntnis vom Tod von Tiziana Soudani. Die Tessinerin wurde an den 52. Solothurner Filmtagen als erste Filmproduzentin überhaupt mit dem «Prix d’honneur» geehrt. Während mehr als dreissig Jahren bewies sie ein untrügliches Gespür für Talent und förderte den Nachwuchs mit der ihr eigenen kreativen Sensibilität und Grosszügigkeit. Ihre Dokumentar- und Spielfilme wurden vielfach preisgekrönt, so erhielt «Le meraviglie» von Alice Rohrwacher 2014 den Grossen Preis der Jury in Cannes. Ihre drei jüngsten Filme «Love me Tender», «Amazonian Cosmos» und «Monsieur Pigeon» stehen im Programm der 55. Solothurner Filmtage.

«Tiziana Soudani hat sich mit grossem Feingespür und mit Konsequenz für die künstlerischen Visionen ihrer Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseure eingesetzt. Sie setzte ein tiefes Vertrauen insbesondere in die Debütfilme ihrer Talentschmiede bei Amka Films. Die Solothurner Filmtage, das Tessiner Filmschaffen, der Schweizer Film und das europäische Kino verlieren eine mutige Pionierin und eine strahlende, inspirierende Persönlichkeit», sagt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. «Wir sprechen Tiziana Soudanis Familie und ihren Nächsten unser tief empfundenes Beileid aus».

Tiziana Soudani ist in Locarno geboren und aufgewachsen. 1987 gründete sie mit ihrem Mann Mohammed Soudani die Filmproduktionsfirma Amka Films. Es folgten abwechselnde Tätigkeiten für das Festival del film Locarno und Auslandaufenthalte. Nach Dokumentarfilmproduktionen auf dem afrikanischen Kontinent widmete sich Tiziana Soudani immer mehr nationalen und europäischen Filmproduktionen. Unter den zahlreichen von ihr produzierten Spielfilmen finden sich «Pane e tulipani» von Silvio Soldini, «Waalo Fendo (Là où la terre gèle)» von Mohammed Soudani (Schweizer Filmpreis, 1998), «Vodka Lemon» von Hiner Saleem, «L’intervallo» von Leonardo Di Costanzo, die beide in Venedig prämiert wurden, sowie «Le meraviglie» von Alice Rohrwacher, Grosser Preis der Jury in Cannes 2014. Tiziana Soudani produzierte zudem mehr als hundert Dokumentarfilme. Sie war als Expertin beim Bundesamt für Kultur tätig und engagierte sich auch in der Schweizer und Europäischen Filmakademie. 2019 unterzeichnete Tiziana Soudani als Patin der Solothurner Filmtage den «Pledge for Parity and Inclusion» von SWAN (Swiss Women’s Audiovisual Network).

Tiziana Soudanis jüngste Produktionen «Love me Tender» (2019, Regie: Klaudia Reynicke), «Amazonian Cosmos» (2019, Regie: Daniel Schweizer) und «Monsieur Pigeon» (2019, Regie: Antonio Prata) stehen im Programm der 55. Solothurner Filmtage.

Medienmitteilung: Verleihung des «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» 2020

Heute Abend nahmen Lorena Handschin, Roland Vouilloz und Manuela Biedermann in der Solothurner Reithalle den «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» 2020 entgegen. Stefan Kurt wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet, konnte den Preis jedoch nicht persönlich entgegennehmen. Der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» ehrt seit 2001 Schauspielerinnen und Schauspieler für ihre Interpretationen von Haupt- und Nebenrollen in Fernsehproduktionen, seit 2011 wird er im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen.

Den Preis für die beste weibliche Hauptrolle nahm Lorena Handschin für ihre Interpretation der Sophie in der vierten Staffel von «Nr. 47» entgegen. Lorena Handschin spielt die Rolle der Sophie, einer jungen Frau des Wohnblocks Nr. 47 in der gleichnamigen Serie. «Bei einer Routineuntersuchung wird bei Sophie Krebs festgestellt. Die unmittelbare Verzweiflung über die Diagnose, die Auflehnung gegen ihr Schicksal und die schmerzvolle Akzeptanz – Sophie durchlebt extreme innere Zustände und ist gleichzeitig mit der Reaktion der Aussenwelt konfrontiert. Lorena Handschin spielt die Rolle der Sophie in jeder Hinsicht glaubhaft und emotional aufreibend. Es rührt geradezu zu Tränen – und wird dabei nie rührselig – wie sich Sophie mit dem Schicksal versöhnt und Abschied nimmt von ihren Freunden», begründete die Jury ihren Entscheid.

Die Auszeichnung für die beste männliche Hauptrolle galt Roland Vouilloz, für seine Rolle des Anti-Terror-Polizisten in «Helvetica». Als Ermittler der Schweizer Bundespolizei kämpft er gegen mafiöse Strukturen. Man frage sich, ob der gemütliche Polizist vertrauenswürdig sei oder ein doppeltes Spiel spiele. Roland Vouilloz verleihe der Figur schillernden Glanz und Behäbigkeit und mache sie dadurch gleichzeitig sympathisch und unberechenbar. Sein Spiel bleibe stets unaufdringlich, sodass man die Entwicklung der Figur mit viel Spannung mitverfolgen könne. Auch die inneren Konflikte, die die Figur durchlaufe, liesse Roland Vouilloz gekonnt aufscheinen, ohne diese in den Vordergrund zu spielen. Er gebe seiner Figur Persönlichkeit und vermittle deren Vielschichtigkeit auf virtuose Weise, urteilte die Jury.

Manuela Biedermann holte den Preis der besten Nebendarstellerin für ihre Darstellung der Dorfpolizistin in der Fernsehserie «Wilder» ab. Die Jury: «Manuela Biedermann spielt in der aktuellen Staffel von «Wilder» die örtliche Polizeichefin Susann Walter, die mit einem Mord im Berner Jura konfrontiert wird. Als Leiterin ihres Polizeipostens entfaltet Manuela Biedermann subtil ihr komödiantisches Potenzial. Sie spielt diskret, warm und mütterlich die bodenständige, unkonventionelle Polizistin, die in einem konfusen Umfeld nie die Bodenhaftung verliert – obwohl sie mit allen per Du ist. Ihre Interpretation ist engagiert, differenziert und stets mit einem feinen Humor gewürzt.»

Stefan Kurt überzeugte die Jury als charismatischer jedoch manipulativer Professor Sennhauser in «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung» von Marcel Gisler. Für seine Darstellung wurde er mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet: Bei dem charismatischen Professor weiss man nie, woran man mit ihm ist. Nach aussen freundlich lächelnd, scheinbar zuvorkommend, verbirgt sich im Innern ein wahrer Bösewicht, der jederzeit zuschlagen kann. Die Freundlichkeit ist seine Waffe und zugleich Maske. Stefan Kurt spiele diese Figur mit der ihm eigenen, scheinbaren Leichtigkeit und beeindrucke einmal mehr als Schauspieler der vielen Facetten. Meisterhaft führe er vor Augen, wie sich hinter einem seriösen Gesicht manipulative Absichten verbergen lassen. Da Stefan Kurt nicht persönlich anwesend sein konnte, bedankte sie sich mit einer Videobotschaft.

Medienmitteilung: Der «Upcoming»-Nachwuchspreis geht an Dejan Barac für «Mama Rosa»

Die 55. Solothurner Filmtage verliehen heute Abend die «Upcoming»-Förderpreise. Der mit CHF 15'000.- dotierte Nachwuchspreis SUISSIMAGE / SSA geht an Dejan Barac für «Mama Rosa». Die Entwicklungsbeiträge des «Upcoming Lab» erhalten Lasse Linder für «Another Day in the Garden» und Lorraine Perriard für «Autrefois les Doryhores». Für den «Best Swiss Video Clip» 2020 sind «17 Days», «Au79», «Beuteltier», «Diamonds» und «New Age» nominiert. Die Publikumspreise des Trickfilm-Wettbewerbs holen die drei Regisseurinnen Marjolaine Perreten, Sophie Laskar und Aline Höchli für «Le dernier jour d’automne», «Newspaper News» und «Warum Schnecken keine Beine haben».

Der Wettbewerb «Upcoming Talents» umfasste 22 Kurzfilme aller Genres. Die Jury zeichnet Dejan Barac für «Mama Rosa» mit dem Nachwuchspreis SUISSIMAGE / SSA aus. Eva Vitija (Regisseurin), Joëlle Bertossa (Produzentin) und Fulvio Bernasconi (Regisseur) sagen zu ihrer Entscheidung: «Der sehr persönliche und mit klugen Regieentscheiden umgesetzte Film hat uns tief berührt und mit universellen Fragen des Menschseins konfrontiert: Dem Eingesperrtsein in einer ohnmächtigen Situation, dem nicht genügend Anerkennung bekommen und dem immer nur zu geben. Der Protagonistin Mama Rosa wird mit diesem Film der Respekt zurückgegeben, den sie in ihrem Leben vermisst.»

Dejan Barac wurde 1985 im Kanton Graubünden geboren. Mit «Mama Rosa» schloss er den Bachelor in Regie an der HSLU (Hochschule Luzern – Design & Kunst) ab. Der 20-minütige Dokumentarfilm ist eine Hommage an seine Mutter.

Das «Upcoming Lab» vergibt in Zusammenarbeit mit SUISSIMAGE / SSA zwei Entwicklungsbeiträge von je CHF 5'000.-. Prämiert werden Lasse Linder für sein Dokumentarfilmprojekt «Another Day in the Garden» und Lorraine Perriard für ihr fiktionales Kurzfilmprojekt «Autrefois les Doryhores».

Die Auswahlkommission des Programms «Best Swiss Video Clip» selektionierte aus 197 Einreichungen eine Shortlist aus 14 Musikvideos. Am Samstagabend gab sie die fünf Nominierten bekannt. Die mit je CHF 2'000.- dotierten Nominationen gehen an:

  • «17 Days» von Annie Taylor, Regie: Bastien Bron, Laetitia Gauchat
  • «Au79» von Big Zis, Regie: Franziska Schläpfer
  • «Beuteltier» von Panda Lux, Regie: Gregor Brändli
  • «Diamonds» von Yao Bobby & Simon Grab, Regie: Tillo Spreng, Tobias Kubli
  • «New Age» von Moes Anthill, Regie: Sarah Hugentobler

An der Awardshow des m4music vom Samstag, 21. März 2020 werden der Jury- und Publikumspreis verliehen. Der Publikumspreis wird durch ein Online-Voting ermittelt.

«Best Swiss Video Clip» ist eine Zusammenarbeit mit m4music, dem Popmusikfestival des Migros-Kulturprozent, und mit der FONDATION SUISA.

Die Publikumspreise der SUISSIMAGE / SSA für die besten Trickfilme werden an drei Regisseurinnen vergeben. Dieses Jahr geht der erste Preis in der Höhe von CHF 5’000.- an Marjolaine Perreten für «Le dernier jour d’automne». CHF 3’000.- erhält Sophie Laskar für «Newspaper News». Aline Höchli wird für «Warum Schnecken keine Beine haben» mit dem dritten Preis und CHF 2'000.- ausgezeichnet.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der «Upcoming Award Night» im Industrieareal Atthisholz vor den Toren Solothurns statt.  

Das Programm «Upcoming» wird unterstützt vom Migros-Kulturprozent.

Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage sind eröffnet

Die 55. Ausgabe der Solothurner Filmtage wurde heute Abend mit dem Spielfilm «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eröffnet. Bundesrat Alain Berset, der Präsident der Solothurner Filmtage Felix Gutzwiller und die Direktorin Anita Hugi wandten sich in ihren Reden an die 900 geladenen Gäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft.

Bundesrat Alain Berset sagte in seiner Eröffnungsrede: «Je schneller die gesellschaftlichen Veränderungen, desto wichtiger wird es, dass wir die reale, gegenwärtige Schweiz im Medium Film erleben – sonst erstarrt unser Selbstbild.» Deshalb, so Berset weiter, sollten künftig Streamingdienste auch in den Schweizer Film investieren. Der Kulturminister betonte, solche Regeln seien in Europa mittlerweile üblich. Die Schweizer Pläne würden aber einen «feinen Unterschied» aufweisen: «So sollen Online-Anbieter selber entscheiden können, in welche Filme oder Fernsehserien sie investieren wollen.»

Felix Gutzwiller unterstrich die Bedeutung des Filmschaffens für die Gemeinschaft und sprach vom Schweizer Film als «Cinéma Citoyen»: «Wir brauchen ein Kino, das sich engagiert und neue Formen der Solidarität erprobt. Citoyenne oder Citoyen zu sein bedeutet, aktiv und verantwortungsvoll am Gemeinwesen teilzunehmen. Auch das Filmschaffen muss diese Rolle wahrnehmen. Wir brauchen glaubwürdige Bilder und Narrative, die den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken.»

Anita Hugi erinnerte mit Blick auf den Eröffnungsfilm «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky daran, wie aktuell das Thema Überwachung gerade heute ist: «Die Komödie über die Fichenaffäre ist auch ein ernsthafter Appell für einen sorgfältigen, demokratisch legimitierten Umgang mit unseren persönlichen Daten.» Für ihre erste Ausgabe als Direktorin der Solothurner Filmtage wünschte sie sich, dass diese im Zeichen des Dialoges stünden: «Film verbindet und ermöglicht Tiefgang. Ich freue mich auf ein mehrsprachiges, engagiertes und offenes Festival».

Bis zum 29. Januar 2020 werden auf neun Leinwänden insgesamt 179 kurze, mittellange und lange Schweizer Filme zu sehen, darunter darunter 21 Langfilmdebüts und 21 Premieren aus allen Landesteilen.

Die Jury des «Prix de Soleure» setzt sich aus der Regisseurin Ursula Meier, der Künstlerin Cemile Sahin und Mirko Manzoni, dem persönlichen Gesandten des UNO-Generalsekretärs in Mozambique, zusammen. Die Regisseurin Heidi Specogna wird mit der «Recontre» geehrt. Der «Prix d’honneur» geht an die Verleiherin Bea Cuttat. Das Spezialprogramm «Fokus» steht «Im Bann der Serien». In «Histoires du cinéma suisse» sind fünf Spielfilme der Westschweizer Filmpionierinnen Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret zu sehen.

Zahlreiche Gäste, Podiumsdiskussionen, Konzerte, Workshops und das erste Fest der Schweizer Filmhochschulen im Industrieareal Attisholz vor den Toren Solothurns runden das Filmprogramm ab.

Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage werden heute eröffnet

Der Spielfilm «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eröffnet die 55. Ausgabe der Werkschau. Bundesrat Alain Berset, der Präsident der Solothurner Filmtage Felix Gutzwiller und die Direktorin Anita Hugi wenden sich in ihren Reden an die 900 geladenen Gäste. Bis zum 29. Januar 2020 werden auf neun Leinwänden insgesamt 179 kurze, mittellange und lange Schweizer Filme zu sehen sein, darunter darunter 21 Langfilmdebüts und 21 Premieren aus allen Landesteilen. Die Jury des «Prix de Soleure» setzt sich aus der Regisseurin Ursula Meier, der Künstlerin Cemile Sahin und Mirko Manzoni, dem persönlichen Gesandten des UNO-Generalsekretärs in Mozambique, zusammen. Die Regisseurin Heidi Specogna wird mit der «Rencontre» geehrt und der «Prix d’honneur» geht an die Verleiherin Bea Cuttat. Der «Fokus» steht «Im Bann der Serien». In «Histoires du cinéma suisse» sind fünf Spielfilme der Westschweizer Filmpionierinnen Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret zu sehen. Zahlreiche Gäste, Podiumsdiskussionen, Konzerte, Workshops und das erste Fest der Schweizer Filmhochschulen im Attisholz runden das Filmprogramm ab. Die Solothurner Filmtage stehen erstmals unter der Leitung von Anita Hugi.

«Mit dem ‚Atelier de la pensée’ zum Thema ‚Fremde Länder, fremde Bilder?’ und dem ‚Bildbuch’ von Jean-Luc Godard haben wir in den letzten Tagen die letzten Puzzleteile des Programms zusammengetragen und weitere Akzente gesetzt», erklärt die neue Direktorin der Solothurner Filmtage, Anita Hugi. «Über 150 Filmstudierende aus der Schweiz nutzen die neue Studierenden-Akkreditierung. Auch die Vorverkaufszahlen sind sehr erfreulich. Nun kann ich es kaum erwarten, gemeinsam mit meinem Team die Filmschaffenden und das Publikum zu begrüssen».

Zum ersten Mal sind in der Kategorie Kurzfilme (bis 59 Minuten) nahezu genauso viele Werke von Regisseurinnen wie Regisseuren im Programm. Für den «Prix de Soleure» sind neun Dokumentar- und drei Spielfilme nominiert. Ins Rennen um den «PRIX DU PUBLIC» gehen zwölf Filme. Die erste Party der Schweizer Filmhochschulen vereint am Samstag. die Schweizer Filmschulen aus Genf, Lausanne, Luzern und Zürich, die am Samstagabend nach der Upcoming Award Night im Attisholz stattfindet.

Zu den Gästen der 55. Solothurner Filmtage gehören neben Paule Muret, die als Gast des filmhistorischen Programms in Solothurn weilen wird und dem US-amerikanischen Serien-Regisseur Jim Mc Kay u.a. die Regisseurinnen und Regisseure Eric Bergkraut, Erik Bernasconi, Fulvio Bernasconi, Sabine Boss, Boutheyna Bouslama, Thomas Burkhalter, Andrea Caccia, Laura Coppens, Basil Da Cunha, Dieter Fahrer, Stéphane Goël, Romain Graf, Peter Guyer, Edgar Hagen, Blaise Harrison, Mischa Hedinger, Niklaus Hilber, Hao Hohl-Yu, Daniel Howald, Nicolas Humbert, Esen Isik, Christoph Kühn, Delphine Lehericey, Micha Lewinsky, François-Christophe Marzal, Callisto Mc Nulty, Ursula Meier, Pierre Monnard, Maria Müller, Lorenz Nufer, Daria Onyshechenko, Gertrud Pinkus, Klaudia Reynicke, Stéphane Riethauser, Manuela Rüegg, Samir, Karim Sayad, Jonas Schaffter, Daniel Schweizer, Heidi Specogna, Carmen Stadler, Anna Thommen, Eva Vitjia, David Vogel und Jacqueline Zünd.

Ebenfalls erwartet werden die Schauspielerinnen und Schauspieler Ursula Andermatt, Elodie Bordas, Luc Bruchez, Antonio Buil, Philippe Graber, Anne Haug, Luca Kurt, Michael Maertens, Anna-Catharina Müller, Elisabeth Niederer, Michèle Rohrbach, Anja Martina Schaerer, Sven Schelker, Oriana Schrage, Corinne Soland, Miriam Stein, Barbara Terpoorten, Beren Tuna, Wanda Wylowa, Peter Wyssbrod und Barbara Wyssbrod.

Zu den weiteren mit Spannung erwarteten Gästen gehören u.a Jacques Dubochet, Nobelpreisträger für Chemie und Protagonist des Dokumentarfilms «Citoyen Nobel» von Stéphane Goël und die Gewinnerinnen und Gewinner des «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» Lorena Handschin, Roland Vouilloz, Stefan Kurt und Manuela Biedermann.

Die Solothurner Filmtage beschliessen ihre 55. Ausgabe am Mittwoch, 29. Januar 2020 mit der Preisverleihung an der «Soirée de clôture».

Medienmitteilung: Die 55. Solothurner Filmtage nehmen «Bildbuch» von Jean-Luc Godard ins Programm auf

Jean-Luc Godard hat seinen aktuellen Film «Le livre d'image» als deutsche Fassung persönlich auf deutsch eingesprochen. Die 55. Solothurner Filmtage zeigen «Bildbuch» als Schweizer Premiere am ersten Festivaltag.

«Gleich zu Beginn seines ,Bildbuch’, hören wir Jean-Luc Godard auf Deutsch sagen: ‚Das sind die fünf Finger. Die fünf Sinne. Die fünf Kontinente. Alle zusammen formen die Hand. Mit den Händen zu denken, ist die wahre Bestimmung des Menschen», zitiert Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, den aktuellen Film von Jean-Luc Godard.

«Er postuliert die Filmkunst als Handwerk, schafft dabei neue Denkräume und erfindet das Kino einmal mehr neu. Zitate, Originaltöne, Musik und Jean-Luc Godards Stimme begleiten eine Collage aus Motiven der Film- und Kunstgeschichte, dokumentarischen Aufnahmen der Gegenwart und Bildern aus den sozialen Medien. Ich freue mich sehr, dass wir den Film, der einen besonderen Platz in seinem Werk einimmt, an den 55. Solothurner Filmtagen zeigen können.»

«Bildbuch» ist ein Film in fünf Kapiteln. Es ist Godards einziger Film, in dem er seinen Text in einer anderen Sprache neu einspricht. Die französische Fassung «Le livre d’image» wurde am Filmfestival von Cannes 2018 mit der Palme d’or spéciale ausgezeichnet. Die deutsche Synchronfassung «Bildbuch» wird als Schweizer Premiere am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 13:15 Uhr in Kino Canva und am Samstag, 25. Januar 2020 um 23:15 Uhr als Nocturne im Kino Palace gezeigt. Das deutsch gesprochene «Bildbuch» wird mit französischen Untertiteln gezeigt.

Jean-Luc Godard (*1930) gilt als wichtigster Vertreter der französischen Nouvelle Vague und hat die Sprache des Kinos nachhaltig geprägt. 2010 wurde dem französisch-schweizerischen Regisseur der Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen. 2015 überreichte ihm Bundesrat Alain Berset den Ehrenpreis des Schweizer Films.

Medienmitteilung: Die regionalen Höhepunkte der 55. Solothurner Filmtage

Die «Projection speciale» markiert am Dienstag, 21. Januar 2020 den regionalen Auftakt der 55. Solothurner Filmtage. Weitere regionale Höhepunkte bilden das Konzert der Bieler Band «Puts Marie», das Rahmenprogramm im Attisholz, das Gespräch «Engagiert im Film und in der Politik» mit den Stadtregierungen von Solothurn und La Chaux-de-Fonds und zahlreiche Filme, die mit der Region verbunden sind.

Sechs Kurz- und Animationsfilme aus dem Programm der 55. Solothurner Filmtage machen an der «Projection spéciale» Lust auf mehr. Lukas Mäder stellt in «This is Willy» einen Motorradfahrer alter Schule vor, während Franziska Meyer zeigt, was der Kinderstar Pingu als Erwachsener treibt («Black Icicles»). In «Fulesee» von Christina Benz dringen zwei Taucher in seelische Untiefen vor. Die Solothurnerin Animationsfilmerin Marion Nyffenegger erzählt in «Das Leben ist eines der Leichtesten» von der Vielfalt unseres Daseins und Anatole Taubman sieht sich vom Solothurner Regisseur Frederik Maarsen «Durchschaut». Der 29-minütige Spielfilm wurde in der Solothurner Altstadt gedreht und feiert an der «Projection spéciale» Vorpremiere. Der Aargauer Jungregisseur Aron Yeshitila Gebrehanna entwirft in «Dagu» schliesslich eine Zukunftsvision, in der ein äthiopischer Radiosender eine Hauptrolle spielt.

Die «Projection spéciale» findet am Dienstag, 21. Januar 2020 um 19:30 Uhr in der Reithalle statt. Anwesend sind die Regisseurinnen und Regisseure Christina Benz, Aron Yeshitila Gebrehanna, Frederik Maarsen, Lukas Mäder, Franziska Meyer und Marion Nyffenegger, die Produzentin Barbara Brunner («Black Icicles»), sowie Oli Kuster und Patric Marino (Musik und Text von «Fulesee»). Durch den Abend führt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. Der Eintritt ist frei.

Tags darauf werden «Puts Marie» für einen weiteren regionalen Höhepunkt sorgen. Die Bieler Band, die den Wettbewerb um den «Best Swiss Video Clip» 2019 für sich entscheiden konnte, spielt am Mittwoch, 22. Januar 2020 um 22:30 Uhr ein Auftaktkonzert zu den 55. Solothurner Filmtagen im Kino im Uferbau.

Am Samstag, 25. Januar 2020 heisst es dann «Solothurner Filmtage@Attisholz»: Für einen Abend und eine Nacht bespielt die Werkschau die Kantine Nord des ehemaligen Industrieareals und lädt u.a. zum «Hot Spot: Doc», zur Upcoming Award Night und zur ersten Party der Schweizer Filmschulen aus Genf, Lausanne, Luzern und Zürich. Die Party mit vier DJs ist öffentlich und der Eintritt frei. Der kostenlose Filmtage-Shuttle verkehrt von 17:00 Uhr bis 05:00 Uhr ab dem Klosterplatz in Solothurn.

Zu einem Gipfeltreffen der Städte kommt es am Sonntag, 26. Januar 2020. Nach der Vorführung des zweiteiligen Dokumentarfilms «Ville cherche héros» von Samuel Chalard und Robin Erard, für den die Stadtregierung von La Chaux-de-Fonds während eines Jahres ihre Türen öffnete, treffen sich die Protagonistinnen und Protagonisten mit ihren Solothurner Confrères. Das Gespräch «Engagiert im Film und in der Politik» mit der gesamten Stadtregierung von La Chaux-de-Fonds und dem Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri sowie seinem Vize Pascal Walter findet am Sonntagnachmittag um 14:00 Uhr im Barock Café & Bar statt. Der Eintritt ist frei.

Im Programm der 55. Solothurner Filmtage finden sich ausserdem zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme, die thematische oder persönliche Bezüge aufweisen, darunter «Anna Göldin – Letzte Hexe» von Gertrud Pinkus, «Arada» von Jonas Schaffter, «Die Zeit läuft für uns» von Stanko Pavlica, «Master of Disaster» von Jürgen Brügger und Jörg Haassengier oder «The Song of Mary Blane» von Bruno Moll.

Die gesamten Filmtage hindurch ist der Festivalclub im Kino im Uferbau jeweils ab 22 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 26. Januar 2020 findet um 21:30 Uhr ein Konzert mit der ghanaeischen Hip-Hop Band «Fokn Bois» und der Sängerin Joy Adomaa Adjeman aus Accra statt, Protagonisten des Films «Contradict», der am Sonntag Weltpremiere feiert. Der Eintritt ist auch hier frei.

Medienmitteilung: «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?»

Die 55. Solothurner Filmtage erweitern ihr Rahmenprogramm mit einem «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?»

Das «Atelier de la pensée» findet am Dienstag, 28. Januar 2020 statt. In der Säulenhalle des Landhauses treffen sich Filmschaffende zu einem Austausch über ein prägendes Thema des Schweizer Filmjahres. Die erste Ausgabe der neuen Gesprächsreihe dreht sich um die Frage «Fremde Länder, fremde Bilder?».

«Mit diesem Gespräch laden wir die Filmschaffenden und das Publikum zu einer vertiefenden Diskussion über ein zentrales Thema des aktuellen Programms ein. Wir freuen uns sehr über das Interesse der Filmschaffenden, um gemeinsam über das grundlegende Thema der postkolonialen Bilder nachdenken zu können», sagt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. «Die Säulenhalle des Landhauses ist seit jeher ein Ort der Debatte und des Austauschs, das ‚Atelier de la pensée’ nimmt diese Tradition auf».

Rund um die Filme «African Mirror», «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes», «Buganda Royal Music Revival», «Contradict», «Dagu», «Europa – Based on a True Story», «Insoumises» und «The Song of Mary Blane» laden die Solothurner Filmtage Filmschaffende und ein interessiertes Publikum zu einer offenen Debatte ein. Im Zentrum des «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?» steht die Frage des europäischen Blicks und des Umgangs mit postkolonialen Bildern im Schweizer Film.

Dienstag, 28. Januar 2020, 17:45 Uhr, Säulenhalle im Landhaus

Fremde Länder, fremde Bilder? «Atelier de la pensée» mit:

Thomas Burkhalter (Ko-Regisseur «Contradict»)

Laura Cazador (Regisseurin «Insoumises»)

Serena Dankwa (Sozialanthropologin, Universität Bern)

Kantarama Gahigiri (Regisseurin, Projekt «Tanzanite»)

Aron Yeshitila Gebrehanna (Regisseur Kurzfilm «Dagu»)

Peter Guyer (Ko-Regisseur «Contradict»)

Mischa Hedinger (Regisseur «African Mirror»)

Niklaus Hilber (Regisseur «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes»)

Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage

Basile Koechlin (Ko-Regisseur «Buganda Royal Music Revival»)

Jules Koechlin (Ko-Regisseur «Buganda Royal Music Revival»)

Bruno Moll (Regisseur «The Song of Mary Blane»)

Simone Späni (Produzentin «Europa – Based on a True Story»)

Heidi Specogna (Regisseurin, «Rencontre» der 55. Solothurner Filmtage)

Auf Deutsch und Französisch mit Simultanübersetzung.

Medienmitteilung: Der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» 2020 geht an Lorena Handschin, Roland Vouilloz, Stefan Kurt und Manuela Biedermann

Im Rahmen der 55. Solothurner Filmtage wird am Sonntag, 26. Januar der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» verliehen. Lorena Handschin und Roland Vouilloz werden die Auszeichnung für ihre Hauptrollen in den Serien «Nr. 47» und «Helvetica» entgegen nehmen. Stefan Kurt erhält den Spezialpreis der Jury für den Fernsehfilm «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung». Als beste Nebendarstellerin wird Manuela Biedermann in «Wilder» ausgezeichnet. Seit 2001 ehrt der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» der Verwertungsgesellschaft Swissperform Schauspielerinnen und Schauspieler in Fernsehproduktionen, seit 2011 wird er im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen. Der Preis ist mit je CHF 10'000 dotiert.

Lorena Handschin erhält die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für ihre Interpretation der Sophie in der vierten Staffel von «Nr. 47».
Lorena Handschin wird 1996 in Basel geboren. Bevor sie von 2015 bis 2019 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart Schauspiel studiert, sammelt sie am Jungen Theater Basel erste Bühnenerfahrungen. Lorena Handschin ist Studien- und Förderpreisträgerin des Migros-Kulturprozent und gehört seit der Spielzeit 2019/20 zum festen Ensemble des Deutschen Theater Berlin. Seit 2018 gehört sie zudem zum Ensemble von «Nr. 47» des Schweizer Radio und Fernsehens SRF. Im Zentrum der Webserie, die Nachwuchstalenten ein Sprungbrett bieten soll, stehen die Alltagsprobleme von jungen Erwachsenen. Die vierte und letzte Staffel der Webserie über die Bewohnerinnen und Bewohner eines Wohnblocks in Bern ist in Solothurn am Sonntag, 26. Januar integral als Vorpremiere zu sehen.

Roland Vouilloz wird als bester Hauptdarsteller für seine Rolle des Anti-Terror-Polizisten in «Helvetica» ausgezeichnet.
Roland Vouilloz wird 1964 in Martigny geboren. Ab 1988 absolviert er in Genf eine Ausbildung an der École Supérieure d’Art dramatique. Er wechselt in der Folge zwischen Theater, Film und Fernsehen ab und ist so als Schauspieler, Regisseur und Musiker tätig. Auf der Leinwand ist er in Filmen von Françis Reusser, Silvio Soldini, Greg Zglinski, Jean Blaise-Junod, Léo Maillard, Romain Graf und François-Christophe Marzal zu sehen. Im Jahr 2011 erhält er seinen ersten PRIX SWISSPERFORM für seine Rolle als Kehrichtmann Oscar Moreau in der Serie «Crom» von Bruno Deville. Die ersten drei Episoden der RTS-Serie «Helvetica» werden an den Solothurner Filmtagen am Sonntag, 26. Januar mit deutschen Untertiteln zu sehen sein. An den 55. Solothurner Filmtagen ist Roland Vouilloz nicht nur in «Helvetica» zu sehen, sondern auch in der Filmkomödie «Tambour battant» von François-Christophe Marzal, die für den PRIX DU PUBLIC nominiert ist.

Stefan Kurt überzeugte die Jury als charismatischer jedoch manipulativer Professor Sennhauser in «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung» von Marcel Gisler. Er wird für seine Darstellung mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer studiert Stefan Kurt am Konservatorium für Musik und Theater Bern. Seine Theaterengagements führen ihn von Hamburg über Zürich und Salzburg nach Berlin, von Jürgen Flimm über Christoph Marthaler zu Robert Wilson. Daran schliessen sich eine umfangreiche Film- und Fernseharbeit in Deutschland und in der Schweiz sowie Lesungen und Hörbuchproduktionen an. Seit 2006 tritt Stefan Kurt auch als bildender Künstler in Erscheinung. Die 55. Solothurner Filmtage zeigen den Spielfilm «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung» zu Ehren von Stefan Kurt am Sonntag, 26. Januar. Stefan Kurt ist in Solothurn zudem im Spielfilm «Jagdzeit» von Sabine Boss zu sehen, der für den «Prix de Soleure» nominiert ist.

Beste weibliche Nebendarstellerin ist Manuela Biedermann als Dorfpolizistin in der Fernsehserie «Wilder». Manuela Biedermann wird 1965 in Biel geboren. Nach dem Wirtschaftsgymnasium studiert sie drei Jahre am Dramatischen Studio Burgdorf unter der Leitung von Eva Klar-Kerble und arbeitet am Theater am Turm Frankfurt sowie an den Stadttheatern St. Gallen, Bern und Luzern. Sie wechselt dann zum Film und Fernsehen, mit Rollen in «Beck&Bondi», «Sarah joue un loup garou», «Das schaffen wir schon», «Die Einzigen» oder «Walking to Paris». Die 2. Staffel der Fernsehserie «Wilder» wird zur Zeit auf SRF ausgestrahlt. Zwei Episoden dieser Staffel sind an den Solothurner Filmtagen am Sonntag, 26. Januar als Vorpremiere zu sehen.

Die feierliche Preisverleihung des «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» findet am Sonntag, 26. Januar 2020 um 17:15 Uhr in der Reithalle statt, moderiert von der Schauspielerin Charlotte Heinimann. Im Anschluss wird «Aus dem Schatten – eine Zeit der Hoffnung» von Marcel Gisler gezeigt.

Der «PRIX SWISSPERFORM – Schauspielpreis» (ehemals Fernsehfilmpreis) ehrt Schauspielerinnen und Schauspieler in Schweizer Fernsehproduktionen. Die von SWISSPERFORM gestiftete Auszeichnung ist mit je CHF 10'000 dotiert und wird von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der SWISSPERFORM und den Solothurner Filmtagen vergeben. Diese setzte sich 2020 aus der Schauspielerin Charlotte Heinimann, der Produzentin Valerie Fischer und Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, zusammen.

Die Liste aller bisherigen Preisträger*innen findet sich auf der Website der Solothurner Filmtage.

Fototermin mit den Gewinnerinnen und Gewinnern 2020

Sonntag, 26. Januar 2020, 16:45–17:00 Uhr im Foyer in der Reithalle.

Das Bildmaterial zur Preisverleihung und die Laudationes werden am Sonntagabend ab 19:00 Uhr auf der Website der Solothurner Filmtage zur Verfügung stehen.

Medienmitteilung: filmo-Vorpremiere an den 55. Solothurner Filmtagen: Die neue Fassung von «Anna Göldin – Letzte Hexe» ist der erste in 4K HDR Dolby Vision erhältliche Schweizer Film

«Anna Göldin – Letzte Hexe» (1991) wurde von der Online Edition filmo in enger Zusammenarbeit mit der Regisseurin Gertrud Pinkus in 4K HDR Dolby Vision digitalisiert. Damit wurde das Verfahren erstmals für die Digitalisierung eines Schweizer Films eingesetzt. Die 55. Solothurner Filmtage präsentieren die Uraufführung der neuen Fassung am Samstag, 25. Januar in Anwesenheit von zahlreichen Gästen im Kino. Ab dem 6. Februar ist der Klassiker auf den etablierten Schweizer Streaming-Portalen erhältlich. 

«Seit einem halben Jahr macht die Online-Edition filmo Schlüsselwerke des Schweizer Films digital zugänglich. Dem Spielfilm 'Anna Göldin – Letzte Hexe' von Gertrud Pinkus gebührt ein fester Platz in der Schweizer Filmgeschichte und er passt perfekt in unser filmhistorisches Programm, das Schweizer Filmpionierinnen die Ehre erweist», sagt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. «Ich freue mich sehr, dass der Film, der lange nicht mehr gesehen oder gespielt werden konnte, nun in neuer, höchster Bild- und Tonqualität allgemein zugänglich sein wird. Denn filmo arbeitet nicht nur mit den etablierten Schweizer Streaming-Plattformen zusammen, sondern bietet die Edition auch in drei Landessprachen an».

Vor knapp dreissig Jahren stellte die Solothurner Filmemacherin Gertrud Pinkus ihren Historienfilm «Anna Göldin – Letzte Hexe» erstmals vor. Mehr als 200 000 Personen sahen sich die Geschichte der Magd Anna Göldin an, die 1782 in Glarus als letzte Frau Europas als Hexe verurteilt und hingerichtet wurde. Der Spielfilm von Gertrud Pinkus basiert auf dem gleichnamigen Roman von Eveline Hasler aus dem Jahre 1982. Anna Göldin wird als starke Frau portraitiert, die ihrer Zeit zum Opfer fällt.

Am Samstag, 25. Januar 2020 um 17:45 Uhr feiert die neue Fassung an den 55. Solothurner Filmtagen ihre Weltpremiere, als Teil des Programms «Histoires du cinéma suisse». Neben der Regisseurin Gertrud Pinkus nehmen die Schauspielerinnen und Schauspieler Peter Wyssbrod und Luca Kurt sowie die Filmmusikerinnen und -musiker von sine nomine an der Uraufführung teil.

Eine weitere Vorstellung findet am 29. Januar 2020 um 14:45 Uhr statt.

Die vierte filmo-Staffel geht am 6. Februar 2020 online
Die neue Fassung von «Anna Göldin – Letzte Hexe» in 4k HDR Dolby Vision und 5.1 Surround ist ab dem 6. Februar 2020 über die Streaming-Angebote von Teleclub on Demand, AppleTV, UPC onDemand, Sky und Cinefile erhältlich. Die grosse Spezialität der Digitalisierung von «Anna Göldin – Letzte Hexe» ist die Farbbestimmung in HDR (High Dynamic Range), die erweiterte Farbräume sowie Kontrastverhältnisse und somit ein naturnäheres Bild ermöglicht.

Gleichzeitig gehen in der vierten filmo-Staffel neun weitere Schweizer Filmklassiker in drei Sprachen online. Bisher sind 29 Schlüsselwerke erhältlich.

2019 lancierten die Solothurner Filmtage mit «filmo» die erste Online-Edition des Schweizer Films. Sie ist getragen vom Verein CH.Film und wird durch Engagement Migros, dem Förderfonds der Migros-Gruppe, ermöglicht.

Medienmitteilung: Die Filmverleiherin Bea Cuttat wird mit dem «Prix d’honneur» der 55. Solothurner Filmtage ausgezeichnet

Bea Cuttat nimmt am Montag, 27. Januar 2020 den «Prix d’honneur» der 55. Solothurner Filmtage entgegen. Die Filmverleiherin brachte mit ihrer Firma «Look Now!» seit 1988 rund 270 Filme in die Schweizer Kinos und erzielte damit gegen drei Millionen Eintritte. Knapp die Hälfte ihres Kataloges besteht aus Schweizer Filmen, darunter die Werke von Jan Gassmann, Sabine Gisiger, Peter Liechti, Fernand Melgar, Milagros Mumenthaler oder Stefan Schwietert. Der «Prix d’honneur», gestiftet von den Gemeinden im Wasseramt, ehrt seit 2003 Persönlichkeiten, die sich abseits des Rampenlichts um den Schweizer Film verdient machen.

«Bea Cuttat hat die Schweizer Filmkultur nachhaltig geprägt. Seit mehr als dreissig Jahren engagiert sie sich mit Herzblut und Beharrlichkeit für den Film. Sie hat mit ihrem Verleih Look Now! massgeblich dazu beigetragen, dass die filmische Angebotsvielfalt in unserem Land zu den weltweit Besten gehört. Von manchen Schweizer Regisseuren hat Bea Cuttat beinahe das Gesamtwerk betreut und ihre Türe stand auch dem Nachwuchs immer offen. Der ‚Prix d’honneur’ würdigt diesen inspirierenden Einsatz für den Film, der weit über das Bestehen von Look Now! hinausreicht», kommentiert Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage.

«Als Verleiherin habe ich mir immer Herzenswünsche erfüllt – ohne Rücksicht auf Verluste und trotz einem immer komplexeren Umfeld. Wenn mein Klein-Unternehmen die Liebe für die Filmkunst weitervermitteln konnte, habe ich viele Ziele erreicht», ergänzt Bea Cuttat, die vor Kurzem in den selbstgewählten (Teil-)Ruhestand getreten ist.

Bea Cuttat (*1953) verbringt ihre Schulzeit in Schaffhausen und arbeitet in den 1970er-Jahren u.a. als Sortimentsbuchhändlerin und redaktionelle Mitarbeiterin des Kulturressorts der Lokalzeitung. In diese Zeit fällt auch der Aufbau des «Theater und Kino im Fass Schaffhausen», zu dessen Mitbegründerinnen und –begründern Bea Cuttat gehört. Ab 1980 zieht es sie nach Zürich, wo sie für das «Schweizerische Filmzentrum» (heute Swiss Films) tätig ist und die Bereiche Filmverleih, Produktion und die Reihe «Texte zum Schweizer Film» betreut. Zudem baut sie die «Auswahlschau der Solothurner Filmtage» aus und verantwortet die Inlandpromotion des Schweizer Films. Ihre eigentliche Berufung findet Bea Cuttat ab 1986 im Verleih von Filmen aus aller Welt, zuerst als Mitarbeiterin der unabhängigen Filmcooperative Zürich und ab 1988 mit der Gründung ihres eigenen Studiofilmverleihs Look Now!, der zum Synonym für radikale Werke und künstlerische Kontinuität werden sollte. Ihren Einstand gibt sie mit «Reisen ins Landesinnere» von Matthias von Gunten. In der Folge engagiert sich Bea Cuttat auch als langjährige Präsidentin des Schweizerischen Studiofilm Verbandes SSV und Mitglied der Fachkommission Filmförderung des Bundes. Nach über 30 Jahren entschliesst sie sich im Sommer 2019, ihre aktive Verleihtätigkeit einzustellen und konzentriert sich nun auf die Pflege ihres Repertoires.

In 32 Jahren hat Bea Cuttat mit «Look Now!» rund 270 Filme in die Schweizer Kinos gebracht und damit gegen drei Millionen Eintritte erzielt. Die Spannweite ihres Katalogs reicht von Überraschungshits wie «Fucking Åmål» über Publikumslieblinge wie «Wallace & Gromit» bis hin zu den radikalen Arbeiten des mexikanischen Autoren Carlos Reygadas, mit dessen jüngstem Film «Nuestro Tiempo» Bea Cuttat ihr Kollektion abgeschlossen hat. 125 ihrer Filme entstammen der heimischen Produktion. Zu den Schweizer Filmschaffenden, die auf die treue Begleitung ihrer Werke durch «Look Now!» zählen konnten, gehören u.a. Dieter Fahrer, Peter Liechti oder Stefan Schwietert und die nächste Generation mit Aya Domenig, Jan Gassmann oder Milagros Mumenthaler.

Der «Prix d’honneur» wird am Montag, 27. Januar 2020 um 17:30 Uhr im Landhaus verliehen. Anschliessend stellt Bea Cuttat «A Tickle in the Heart» von Stefan Schwietert (1996) vor. «Ich habe meine Carte blanche an diesen Film vergeben, weil er vieles beinhaltet, was mich mein ,Filmleben’ lang begleitet hat: eine unverwechselbare und emotionale Geschichte wird überzeugend und ohne Rührseligkeit erzählt; Der Film ist ausgesucht schön fotografiert und geschnitten; es kommen Menschen vor, die etwas erlebt und zu sagen haben; und es geht um Musik!; aber es geht auch um die Erinnerung an den Holocaust, das Überleben; und um das Altwerden» sagt Bea Cuttat. Aus dem Katalog von «Look Now!» wird an den 55. Solothurner Filmtagen weiter «Step Across the Border» von Nicolas Humbert und Werner Penzel gezeigt. Der von Res Balzli († 2019) produzierte Dokumentarfilm aus dem Jahre 1990 ist Teil der Hommagen im Spezialprogramm «Histoires du cinéma suisse».

Am Mittwoch, 29. Januar 2020 spricht Bea Cuttat als Gast des «Film-Brunch» über ihre Karriere und Arbeit.

Der «Prix d’honneur» der Solothurner Filmtage wird von den Gemeinden im Wasseramt gestiftet und ist mit CHF 10'000.– dotiert.

Medienmitteilung: Das Programm der 55. Solothurner Filmtage

Die 55. Solothurner Filmtage 2020 präsentieren im «Panorama Schweiz» 178 aktuelle Schweizer Filme aller Genres und Längen. In allen Sektionen fallen starke Dokumentar- und Debutfilme auf. Die Regisseurin Ursula Meier («Sister»), die Künstlerin Cemile Sahin («Taxi») und der Schweizer UNO-Botschafter Mirko Manzoni bilden die Jury des zwölften «Prix de Soleure». Das Spezialprogramm «Fokus» widmet sich unter dem Titel «Im Bann der Serien» dem Boom des seriellen Erzählens, die «Rencontre» zeigt eine Retrospektive zum Werk der preisgekrönten Dokumentarfilmerin Heidi Specogna. Die Solothurner Filmtage stehen erstmals unter der Leitung von Anita Hugi. Sie werden am 22. Januar 2020 mit der Premiere von Micha Lewinskys Spielfilm «Moskau Einfach!» zum Schweizer Fichenskandal eröffnet.

Die Regisseurin Ursula Meier, die Künstlerin Cemile Sahin und der UN-Botschafter Mirko Manzoni bilden die Jury des Prix de Soleure 2020

Die Schweizer Regisseurin Ursula Meier («Sister»), die deutsch-kurdische Künstlerin Cemile Sahin («TAXI») und der Schweizer UN-Botschafter Mirko Manzoni vergeben den «Prix de Soleure» der 55. Solothurner Filmtage. Die internationale, interdisziplinäre Jury verleiht den mit CHF 60'000.- dotierten Preis an der «Soirée de clôture» vom 29. Januar 2020.

«Ich freue mich sehr, mit Ursula Meier, Cemile Sahin und Mirko Manzoni eine so hochkarätige und vielseitige Jury begrüssen zu können: eine Filmemacherin, eine Künstlerin und Schriftstellerin, ein Botschafter der UNO. Diese Offenheit und Vielfalt sind ein Leitmotiv für mich», sagt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage. Der «Prix de Soleure» gehört mit CHF 60'000.- seit 2009 zu den höchstdotierten Kunstpreisen der Schweiz.

Ursula Meier studiert in Belgien Film und macht sich dank ihren Kurzfilmen schnell einen Namen. Für eine Fernsehfilmreihe von ARTE und RTS zum Thema "Masculin/Féminin» realisiert die französisch-schweizerische Doppelbürgerin den Film «Des épaules solides», der an Festivals auf der ganzen Welt Erfolge feiert. 2008 stellt sie ihren ersten Kinofilm «Home» in der Semaine de la critique in Cannes vor, in den Hauptrollen sind Isabelle Huppert und Olivier Gourmet zu sehen. Der Spielfilm wird mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. 2009 gründet Ursula Meier mit den Regisseuren Lionel Baier, Jean-Stéphane Bron und Frédéric Mermoud die Produktionsfirma Bande à part Films in Lausanne. Es folgt «Sister» mit Léa Seydoux und Kacey Mottet Klein, der an der 62. Berlinale einen Sonderpreis-Silbernen Bären holt. Wie «Home» gewinnt auch «Sister» drei Schweizer Filmpreise, darunter denjenigen für den Besten Spielfilm und vertritt die Schweiz bei den Oscars. 2018 dreht Ursula Meier «Journal de ma tête» mit Fanny Ardant und Kacey Mottet Klein. Das Drama gehört zu der vierteiligen TV-Kollektion «Ondes de choc». Derzeit arbeitet Ursula Meier an ihrem nächsten Kinofilm «La ligne», den sie 2020 in der Westschweiz drehen wird und entwickelt gleichzeitig ihren ersten englischsprachigen Film «Quiet Land».

Cemile Sahins künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Text. Im Oktober 2019 ist im Korbinian Verlag ihr Debütroman «TAXI» erschienen – das bereits jetzt erfolgreichste Buch des jungen, unabhängigen Verlags. Cemile Sahins Ausgangspunkte sind Bilder oder Geschichten, die sie in multimedialen Installationen neu inszeniert. Ihre skulpturalen und filmischen Arbeiten waren in den letzten Monaten in der GfzK Leipzig, im NS-Dokumentationszentrum München, in der Akademie der Künste Berlin und im Kunstverein Hamburg zu sehen. Ihre Texte wurden bei «Zeit Online», in «Das Wetter – Magazin für Text und Musik» und in der «taz» veröffentlicht. Die deutsch-kurdische Absolventin des Central Saint Martins College of Art and Design in London und der Universität der Künste in Berlin ist «ars viva»-Preisträgerin 2020 für Bildende Kunst und Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin.

Mirko Manzoni verfügt über langjährige, umfassende Erfahrungen im diplomatischen und humanitären Dienst. So ist er 2014 bis 2019 als Schweizer Botschafter in Mozambique aktiv am Friedensprozess beteiligt. Am 8. Juli 2019 ernennt ihn UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zu seinem persönlichen Gesandten für Mozambique. Derzeit präsidiert Manzoni die Kontaktgruppe der Friedensgespräche, der die USA, China, die Europäische Union, Grossbritannien, Norwegen, Botswana und die Schweiz angehören. Zu den beendeten Missionen des Tessiner Diplomaten gehören Einsätze in Mali und im Kosovo. Zudem war der diplomierte Architekt und Betriebswirtschaftler als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK in der Demokratischen Republik Kongo und im Irak tätig.

Die 55. Solothurner Filmtage finden vom 22. bis 29. Januar 2020 statt. Für den Wettbewerb «Prix de Soleure» nominiert die Auswahlkommission aktuelle Spiel- oder Dokumentarfilme, die formal prägnant und innovativ gesellschaftliche Fragen in den Mittelpunkt stellen.

Die nominierten Filme und das komplette Programm der 55. Solothurner Filmtage werden an der Medienkonferenz vom 12. Dezember 2019 bekannt gegeben. Eröffnet wird die Werkschau für den Schweizer Film am 22. Januar 2020 mit der Weltpremiere des Spielfilms «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky.

Medienmitteilung: «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eröffnet die 55. Solothurner Filmtage 2020

Der Spielfilm «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eröffnet am 22. Januar 2020 die 55. Solothurner Filmtage. Zur feierlichen Weltpremiere werden der Regisseur und seine Hauptdarstellerinnen und -darsteller Philippe Graber, Miriam Stein und Michael Maertens erwartet. Ehrengast der Eröffnungsfeier ist Bundesrat Alain Berset.

Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 24. November 1989, präsentierten der damalige Nationalrat Moritz Leuenberger und die damalige Ständerätin Josi Meier den Bericht ihrer PUK, der Parlamentarischen Untersuchungskommission zum Justizministerium und den Geheimdiensten. Die Öffentlichkeit erfuhr, dass die Bundespolizei rund 700'000 Personen und Organisationen wegen Verdachts auf «unschweizerisches Verhalten» willkürlich überwacht hatte.

Nun nimmt sich Micha Lewinsky («Nichts passiert», «Die Standesbeamtin», «Der Freund») diesem brisanten Kapitel der jüngsten Schweizer Geschichte an. «Moskau Einfach!» erzählt die Geschichte eines Polizisten, der im Herbst 1989 und unmittelbar vor dem Fall der Berliner Mauer im Zürcher Schauspielhaus eingeschleust wird, um Informationen zu sammeln. Doch den Schnüffler plagen Zweifel.

Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage: «Micha Lewinsky zeigt einmal mehr ein untrügliches Gespür für gute Geschichten und grosses Talent für präzises und gewitztes Erzählen. ,Moskau Einfach!’ ist dabei Vieles in einem: Sittengemälde, Politsatire und Geschichtslektion zugleich. Ich freue mich sehr, die Solothurner Filmtage mit einem Film zu lancieren, der Kunst und Politik ebenso verknüpft wie in Frage stellt und der mit dem gewagten Zugriff einer Komödie an ein dunkles Kapitel der Schweiz erinnert, das uns heute mehr denn je betrifft: die Überwachung all unserer Lebensbereiche.» Micha Lewinsky ergänzt: «Die Geschichte von damals ist aktueller denn je. Heute schreiben wir ja unsere Fichen oft selber und stellen sie freiwillig ins Netz. Was mit den persönlichen Daten aus sozialen Netzwerken alles passieren kann, wird gern vergessen. Deshalb finde ich es wichtig, an die Fichenaffäre und ihre Konsequenzen zu erinnern».

«Moskau Einfach!» ist eine Produktion von Langfilm («Die letzte Pointe»). Philippe Graber («Der Freund») spielt den Polizisten Viktor Schuler, Mike Müller («Der Bestatter») verkörpert dessen Chef Marogg, Miriam Stein («Gotthard») die Schauspielerin Odile und der Wiener Burgtheaterschauspieler Michael Maertens den Theaterregisseur Heymann. Regisseur, Cast und Crew werden zur Weltpremiere in Solothurn erwartet. «Moskau Einfach!» startet am 13. Februar 2020 im Verleih von Vinca Film in den Deutschschweizer Kinos.

Ehrengast des Eröffnungsabends der 55. Solothurner Filmtage ist Bundesrat Alain Berset, der sich in seiner Rede an rund 900 Gäste aus der Schweizer Filmbranche, Kultur, Politik und Wirtschaft wenden wird.

Auf den Eröffnungsfilm und das anschliessende Apéro folgt in der zweiten Abendhälfte ein Auftaktkonzert für die 55. Solothurner Filmtage, gespielt von der Band «Puts Marie», Gewinnerin des Wettbewerbs Best Swiss Video Clip 2019.

Medienmitteilung: Cinéma Copines – Patricia Moraz, Christine Pascal & Paule Muret

Die 55. Solothurner Filmtage widmen das Programm «Histoires du cinéma suisse» dem Werk von Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret. Unter dem Titel «Cinéma Copines – Patricia Moraz, Christine Pascal & Paule Muret» werden fünf Spielfilme gezeigt, die von den drei Regisseurinnen, Autorinnen, Produzentinnen und Schauspielerinnen in den Jahren 1977 bis 1991 realisiert wurden.

«Im Schatten der Groupe 5 entwickelte sich in der Westschweiz kurzzeitig eine kleine Zelle aus Autorinnen, Regisseurinnen, Produzentinnen und Schauspielerinnen, die zu Pionierinnen des Neuen Schweizer Films werden sollten. Zum ersten Mal zusammengearbeitet haben Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret auf dem Set von Les Indiens sont encore loin, dem Debüt der 2019 verstorbenen Patricia Moraz. Wir verdanken diesen bekannten Unbekannten nicht nur wunderbare Filme. Die drei ,Copines’ haben das Schweizer Filmschaffen zudem mit neuen Zugriffen nach Cannes und Berlin getragen und künftigen Filmemacherinnen den Weg geebnet. Ich bin sehr glücklich, dass wir mit unserem Filmprogramm in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse das Schaffen dieser Westschweizer Filmpionierinnen zeigen können,» sagt Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage.  

Patricia Moraz (1939-2019) verbringt ihre Kindheit und Jugend in der Schweiz und Algerien. Zum Film kommt die französisch-schweizerische Journalistin in den 1960er-Jahren über das Gemeinschaftsprojekt «Quatre d’entre elles» von Claude Champion, Jaques Sandoz, Yves Yersin und Francis Reusser, worin sie die Patricia verkörpert. Als einzige Frau im Bunde der Westschweizer Nouvelle Vague stellt Patricia Moraz 1977 ihre erste Regiearbeit «Les Indiens sont encore loin» direkt am Filmfestival von Cannes vor. Neben der jungen Isabelle Huppert in der Hauptrolle, gibt die französische Schauspielerin und spätere Regisseurin Christine Pascal ihr Schweizer Leinwanddebüt. 1979 übernimmt die mittlerweile zum Star avancierte Christine Pascal zudem die Hauptrolle in «Le Chemin perdu», den Patricia Moraz in der Uhrenmetropole La-Chaux-de-Fonds inszeniert. In den 1980er-Jahren zieht es Moraz nach Frankreich, wo sie Abilène Films gründet und Leos Carax’ Erstling «Boy Meets Girl» (1984) und «Rouge Midi» von Robert Guédiguian (1985) produziert. 1986 beteiligt sie sich an der Gründung der Filmschule Fémis und unterrichtet fortan Drehbuch und Produktion. Patricia Moraz ist am 16. April 2019 im Alter von 79 Jahren in Paris gestorben. Das Filmprogramm «Cinéma Copines – Patricia Moraz, Christine Pascal & Paule Muret» gedenkt ihrem Schaffen mit den zwei Filmen «Les Indiens sont encore loin» und «Le Chemin perdu».

Christine Pascal (1953-1996) wächst in Lyon auf, wo sie Literatur, Sprachen und Schauspiel studiert und mit 20 Jahren Bertrand Tavernier kennenlernt. In seinen Filmen «L’Horloger de Saint-Paul» (1973) und «Que la fête commence» (1975) macht sich die junge Schauspielerin schnell einen Namen und wird neben Isabelle Huppert und Isabelle Adjani zum Inbegriff des radikalen französischen Autorenfilms. 1977 spielen Christine Pascal und Isabelle Huppert in «Les Indiens sont encore loin» von Patricia Moraz, worauf Christine Pascal sich in der Schweiz niederlässt und neben der Schauspielerei – 1979 ist sie in «Le Chemin perdu» von Patricia Moraz zu sehen - die Realisation ihres autobiographischen Spielfilms «Félicité» vorantreibt. Sie wird damit zu einer der ersten französischen Darstellerinnen im Regiefach. 1984 schreibt und inszeniert Christine Pascal die Dreiecksgeschichte «La Garce», 1989 stellt sie mit «Zanzibar» eine beissende Satire auf den Filmbetrieb vor, die ihren Ruf der Rebellin weiter festigt. Es folgen mit «Le petit prince a dit» (1992) eine Vater-Tochter-Geschichte und mit «Adultère, mode d’emploi» (1995) eine Anleitung zum Ehebruch. Christine Pascal nimmt sich am 30. August 1996 in Paris das Leben. Im Programm von «Histoires du cinéma suisse» werden «Zanzibar» und «Le petit prince a dit» gezeigt.

Paule Muret wird 1948 in Martigny geboren. Nach dem Kunststudium in Lausanne und einer Regieassistenz bei Patricia Moraz («Les Indiens sont encore loin») und ihrem Kurzfilm «Pour Bonnie» (1982) mit Jean-Pierre Léaud und Claudia Ribi geht sie nach Paris, wo sie als Drehbuchautorin, Regieassistentin, Kameraassistentin, Dekorateurin und Kostumbildnerin arbeitet. 1992 stellt sie im Wettbewerb der Berlinale ihren ersten langen Spielfilm «Rien que des mensonges» vor, ein Beziehungsdrama mit Fanny Ardant, Alain Bashung, Jacques Perrin und Christine Pascal. Paule Murets bisher letzter Film «This Is My Body» ist 2016 an den Solothurner Filmtagen zu sehen.  

«Histoires du cinéma suisse» ist das filmhistorische Programm der Solothurner Filmtage. «Cinéma Copines – Patricia Moraz, Christine Pascal & Paule Muret» ist eine Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse.

Medienmitteilung: Heidi Specogna ist Ehrengast der «Rencontre» 2020

Die 55. Solothurner Filmtage widmen das Spezialprogramm «Rencontre» der Regisseurin, Autorin und Produzentin Heidi Specogna. Die preisgekrönte Bielerin («Cahier africain», «Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez») gehört seit mehr als 25 Jahren zu den wichtigsten Autorinnen und Autoren des europäischen Kinodokumentarfilms.

«Heidi Specogna steht für den politischen Dokumentarfilm und damit für ein klassisches Filmgenre, das heute wichtiger ist denn je. Ebenso präzise wie sensibel zeigt sie geopolitische Zusammenhänge auf und wirft einen zweiten, filmischen Blick auf die Realität. Sie beobachtet, recherchiert, lässt sich Zeit, bleibt dran, fragt nach und bringt schliesslich gesicherte Fakten ans Licht. Es ist eine grosse Freude, die 25. Rencontre der Solothurner Filmtage dieser ebenso mutigen wie prägenden Filmemacherin zu widmen», freut sich Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage.

Heidi Specogna wird 1959 in Biel geboren und wächst am Jurasüdfuss auf. Nach der Ringier Journalistenschule arbeitet sie für verschiedene Deutschschweizer Medien, ist Mitglied des Journalistenkollektivs «Presseladen» und entdeckt die Fotografie für sich. Anfang der 1980er-Jahre zieht es Specogna nach Deutschland: sie gehört zu den ersten Schweizerinnen, die an einer ausländischen Filmschule studieren. An der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin (dffb) entstehen verschiedene Kurz- und Experimentalfilme. Ihren ersten mittellangen Dokumentarfilm «Fährten» (1985) dreht sie in Schwarzweiss und befragt dafür die Menschen und Landschaften, die sie für ihr Studium zurückgelassen hat: ihre Schwester in Biel, das Berner Seeland, den Jura, die Schweiz. Für diese atmosphärische, persönlich-essayistische Bestandesaufnahme der Schweiz gewinnt Specogna 1985 aus dem Stand den Berner Filmpreis.

Es folgen Lehraufträge, die Gründung einer eigenen Produktionsfirma und mit «Tania La Guerrillera» (1991) und «Deckname: Rosa» (1993) ihre ersten beiden langen Dokumentarfilme über couragierte, kämpferische Frauen. Mit «Z-Man’s Kinder» macht die Regisseurin ihren einzigen Ausflug in den Spielfilm und stellt auch hier eine eigenwillige Frau ins Zentrum. Doch von nun an steht Specognas Werk ganz in der Tradition des politischen Dokumentarfilms. Sie erzählt die Geschichte einer PKK-Aktivistin («Eine Familienangelegenheit», 2004)), eines guatemaltekischen Soldaten («Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez», 2006)) und einer 90-jährigen Revolutionärin («Zeit der roten Nelken», 2004). Zweimal beobachtet sie den uruguayischen Politiker Pepe Mujica («Tupamaros», 1997, und «Pepe Mujica – Der Präsident», 2014).

Nach Lateinamerika wendet sich Heidi Specogna Afrika zu und blickt noch stärker hinter die politische Aktualität – sei es auf einem Kindersklavenschiff in Gabun («Das Schiff des Torjägers», 2010) oder bei Ermittlungen über Kriegsverbrechen («Carte Blanche», 2011) und bei Vergewaltigungsopfern in der Zentralafrikanischen Republik («Cahier africain», 2016). Dabei akzentuiert sich auch die dokumentarische Haltung der Regisseurin: Recherchieren, Beobachten, Fragen stellen – und so mit entschiedener Neugier einen Blick auf die grösseren Zusammenhänge freimachen.

Heidi Specognas bedeutendes Oeuvre ist vielfach preisgekrönt. So erhielt «Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez» sowohl den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm auch den deutschen Grimme-Preis. «Cahier africain» brachte der Autorin neben dem Schweizer Filmpreis und dem Grimme-Preis auch den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis – den sie bereits für «Esther und die Geister» erhalten hatte – ein. Die Deutsche Akademie der Künste ehrte Heidi Specogna kürzlich mit dem renommierten Konrad-Wolf-Preis.

Neben ihrer Tätigkeit als Filmemacherin unterrichtet Heidi Specogna an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Zu ihren Studenten und Studentinnen gehörten u.a. Nicolas Steiner, Nicole Vögele oder Nora Fingscheidt. Der Vermittlung des filmischen Handwerks wird sie sich auch in Solothurn widmen: In einer Masterclass gibt die Regisseurin gemeinsam mit ihrem Cutter Kaya Inan Einblick in den Schnittprozess ihres aktuellen Filmprojekts «Wachs und Gold», das derzeit in Äthiopien gedreht wird.

Die «Rencontre» wird von der Ernst Göhner Stiftung unterstützt.

Medienmitteilung: Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage 2019

Anita Hugi gibt ihren Einstand – Anita Panzer und Michela Pini sind neu im Vorstand – Positive Jahresrechnung 2018/2019

An ihrer Versammlung vom Donnerstag, 27. Juni haben die Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF) die neue Filmtage-Direktorin Anita Hugi begrüsst. Anita Panzer und Michela Pini wurden einstimmig in den Vereinsvorstand gewählt. Die Jahresrechnung 2018/2019 fällt auch dank gesteigerten Einnahmen durch den Verkauf von Tickets positiv aus. Der Präsident Felix Gutzwiller hielt fest, wie gut die Werkschau aufgestellt sei und dankte namentlich der scheidenden Direktorin Seraina Rohrer für ihr Engagement.

Der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage Felix Gutzwiller freute sich über die vielversprechenden Perspektiven der Solothurner Filmtage: «Mit der neuen Direktorin Anita Hugi und den neuen Vorstandsmitgliedern Anita Panzer und Michela Pini gestalten drei hochkompetente Frauen die Zukunft der Solothurner Filmtage mit. Darüber hinaus sehen wir kurz- und mittelfristig finanziell gesunden Zeiten entgegen. Mitverantwortlich für diese gute Verfassung, den Erfolg und das diesjährige positive Resultat sind all unsere Partnerinnen und Partner, das Team und die Mitglieder. Ihnen danke ich für die grosszügige Unterstützung und Treue! Mein besonderer Dank gilt der scheidenden Direktorin Seraina Rohrer für ihr grosses Engagement, ihre Kreativität, Motivation, Vision und Kompetenz, die sie voll und ganz in den Dienst der Solothurner Filmtage gestellt hat. Ich wünsche ihr für die ihre neuen Aufgaben bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia alles Gute.». Der designierten Direktorin Anita Hugi wünschte der Präsident einen guten Start: «Ich freue mich, dass wir eine bestens qualifizierte Nachfolgerin gefunden haben und bin überzeugt, dass Anita Hugi die Solothurner Filmtage mit viel Verstand und Herz leiten wird!»

Die neuen Vorstandsmitglieder Anita Panzer und Michela Pini ersetzen Alt-Regierungsrat Klaus Fischer und den Filmproduzenten Werner Swiss Schweizer, die für ihren langjährigen fachkundigen Einsatz im strategischen Gremium ebenfalls herzlich verdankt wurden.

Anita Panzer ist seit 2013 Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen-St. Niklaus (FDP, SO). Sie betreibt eine Kommunikationsagentur und übernimmt insbesondere Aufträge der öffentlichen Hand, von KMUs oder von Non-Profit-Organisationen. Anita Panzer engagiert sich ausserdem als Präsidentin der Gottlieb und Hans Vogt Stiftung, Verwaltungsratspräsidentin der Busbetriebe Solothurn und Umgebung, Verwaltungsrätin der Raiffeisenbank Weissenstein, als Stiftungsrätin Stiftung WQ Solothurn oder als Mitglied des Vorstandes von Region Solothurn Tourismus.

Michela Pini ist seit 2007 als Produzentin von Schweizer Kino- und TV-Filmen in Lugano tätig. Ihr besonderes Augenmerk liegt auf der Arbeit mit jungen Filmschaffenden. Sie produzierte zahlreiche Kurz- und Dokumentarfilme und beschäftigt sich auch mit der Entwicklung von Spielfilmen. So koproduzierte sie «L'Ospite» von Duccio Chiarini, der am Filmfestival Locarno auf der Piazza Grande uraufgeführt wurde oder das preisgekrönte Debüt «Cronofobia» von Francesco Rizzi. Sie ist Vorstandsmitglied von GARP (Gruppe Autoren Regisseure Produzenten) und Präsidentin der Ticino Film Commission.

An der Mitgliederversammlung präsentierten die Solothurner Filmtage den Jahresbericht und die Jahresrechnung der 54. Solothurner Filmtage. Denmach beträgt das operative Ergebnis erfreuliche CHF 147'000.-. Dieser Überschuss kam u.a. durch erhebliche Kosteneinsparungen, die positive Entwicklung der Ticketverkäufe und Mehreinnahmen bei der Akquise von Stiftungsgeldern zustande. Ausserdem konnte die solide Finanzierung der Solothurner Filmtage durch die vertragliche Verpflichtung eines zweiten Hauptsponsors abgesichert werden.

Medienmitteilung: Anita Hugi wird Direktorin der Solothurner Filmtage

Die Solothurner Filmtage haben eine neue Leitung: Anita Hugi übernimmt Anfang August die Direktion des Festivals für den Schweizer Film. Die vormalige Programmdirektorin des Festival International du Film sur l’Art (FIFA) in Montréal verantwortete bisher die Sternstunde Kunst von SRF und war als Jurorin und Expertin für nationale und internationale Festivals und Gremien tätig. Anita Hugi folgt auf Seraina Rohrer, die zu Pro Helvetia wechselt.

Anita Hugi bringt eine facettenreiche Erfahrung und eine profunde Kenntnis sowohl der nationalen und internationalen Filmszene als auch der Solothurner Filmtage mit. Sie wird 1975 in Grenchen (SO) geboren und absolviert ihre Schulzeit im zweisprachigen Biel. Nach dem Studium des Übersetzens in Zürich und Strassburg bildet sie sich in Kulturkommunikation und Journalismus weiter, ist ab 1999 freie Mitarbeiterin für verschiedene Schweizer Medien und wird 2005 verantwortliche Redaktorin der Sternstunde Kunst von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. In dieser Funktion gestaltet Anita Hugi bis 2019 die Programmierung, Ko-Produktion, Eigenproduktion und die redaktionelle Begleitung von mehr als 130 Schweizer Produktionen aus allen Landesteilen. Für die Sternstunden produziert sie u.a. die Filmreihe «Cherchez la femme» mit Filmen zu Sophie Taeuber-Arp, Meret Oppenheim, Manon und S. Corinna Bille und initiiert den Filmentwicklungspreis «Perspektive Sternstunde Kunst», der seit 2013 an den Solothurner Filmtagen verliehen wird.

2016 kommt die Programmdirektion des Festival International du Film sur l’Art (FIFA) in Montréal dazu, wo Anita Hugi alle Programmsektionen leitet und eine Sektion für neue Erzählformen etabliert. Daneben ist sie als Expertin, Jurorin und Dozentin tätig und verfolgt mit ihrer Firma Narrative Boutique eigene Projekte.

Zu ihrer Filmographie als Autorin und Produzentin gehören u.a. die interaktiven Dokprojekte «Die rote Hanna» (mit Zeichnungen von Anja Kofmel, 2018) und «DADA- DATA» (Co-Regie mit David Dufresne, 2016, Grimme Online Award u.a.) oder der Filmessay zu Undine Gruenter (2016, Literavision-Filmpreis als bester Literaturfilm).

Anita Hugi spricht Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch und lebt in Zürich und Biel. Sie tritt die Nachfolge von Seraina Rohrer am 1. August 2019 an. Seraina Rohrer wechselt nach acht erfolgreichen Ausgaben als Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin des neuen Bereichs Innovation und Gesellschaft zur Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

«Anita Hugi verfügt über einen beeindruckenden Leistungsausweis und ein weitreichendes Netzwerk in der nationalen und internationalen Film-, Festival-, Förderungs- und Medienlandschaft. Ihr Profil, ihre Person und ihr Projekt haben uns überzeugt und wir freuen uns sehr, Anita Hugi die Direktion der Solothurner Filmtage übergeben zu können», sagt Felix Gutzwiller, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage. 

Die designierte Direktorin ergänzt: «Wie kein anderes Festival in der Schweiz sind die Solothurner Filmtage echter und lebendiger Treffpunkt des Schweizer Filmschaffens und des Publikums. Diese Relevanz ist denn auch einer der Gründe, warum ich mich als Direktorin für die Solothurner Filmtage, für den Schweizer Film und für seine Vermittlung engagieren werde – und weshalb ich die Werkschau seit langem liebe».

Mit Anita Hugi werden das Programm und die Organisation der Solothurner Filmtage zum zweiten Mal von einer Frau verantwortet. Die Werkschau des Schweizer Films wurde 1966 gegründet, gehört zu den renommierten Kulturveranstaltungen der Schweiz und zählt jährlich um die 65'000 Eintritte.

Die 55. Solothurner Filmtage finden vom 22.-29. Januar 2019 statt.