Interviews

5 Fragen an Didier Zuchuat, Kinobetreiber

Datum

2. Mai 2020

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Didier Zuchuat hat zwei Leidenschaften: altehrwürdige Kinosäle und Schiffe. Passionen, die der Genfer Kinobetreiber am liebsten mit anderen teilt. Didier Zuchuat betreibt aktuell zwei Kinos in Genf: das Ciné17 und das Cinérama Empire. Im Frühling 2021 wird ein drittes Kino mit 6 neuen Kinosälen dazu kommen: Das Ciné Rex, das ausschliesslich Filme in untertitelter Originalversion zeigen wird.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf deine Arbeit aus?

Die Schliessung der Kinos, die am 16. März 2020 vom Bund verordnet wurde, gilt für das Publikum. Doch in einer kleinen 5er-Gruppe schauen wir weiterhin Filme im Kinosaal an… So können wir restaurierte Filmkopien von Klassikern überprüfen und kommende Filme entdecken, aber auch Film-Rushes und in Produktion stehende Filme unserer Partner visionieren: Dadurch werden die zwei Kinos alternierend in Betrieb gehalten, denn diese Anlagen und Geräte sind ja nicht für den Stillstand gemacht, sondern für den täglichen Betrieb. 

Wie meisterst oder überwindest du die Herausforderungen?

Es bedeutet viel Administration, um die Situation unserer 13 Arbeitnehmenden, die sich in Kurzarbeit befinden und den künftigen Kinobetrieb zu sichern… Der Lockdown bietet aber auch Gelegenheit für grosse Reinigungs- und Wartungsarbeiten, technische Updates und kleine Arbeiten, die nicht so dringend sind. Besonders anstrengend sind die Verhandlungen mit den Hausbesitzern, denn sie wollen von einer vorübergehenden Mietreduktion nichts wissen.

Eröffnen sich in dieser Krise womöglich auch neue Chancen?

Unsere zwei Kinos waren die letzten, die geschlossen haben und werden die ersten sein, die wieder öffnen. Klar ist jedoch: Auch die Situation nach dem Lockdown verlangt besondere Massnahmen, was sich langfristig auf die Kino-Eintritte niederschlagen wird. Die Besucher haben Angst vor dem kleinen Virus. Das Ciné17 mit seinen 224 Sitzen mit einer VIP-Bespielung für 81 Personen wieder eröffnen. Es wird zwischen den einzelnen Besucher*innen genügend Platz haben. Doch müssen wir auch schauen, dass sich das Publikum beim Einlass und Auslass nicht kreuzt, was wiederum eine Reduzierung der Anzahl Vorstellungen bedeutet. Im Cinema Empire werden wir die ursprüngliche Kapazität von 468 auf 323 Sitze senken. Dies erlaubt uns auch, dem Publikum mehr Komfort und Sicherheit zu bieten. 

Was machst du als Erstes, wenn die Massnahmen aufgehoben werden?

Wir werden unsere treuen Kinogängerinnen und Kinogänger mit grosser Freude in unseren Kinos empfangen - und mit Freunden mit dem Schiff auf den Genfersee ausfahren, mit einem Restaurant-Service an Bord - denn wir haben langsam genug von den ewigen Snacks, die wir auf der Tischkante schnabulieren.

Gibt es einen Film, der dir im Moment besonders oft in den Sinn kommt?

Ich bin ein Fan der Zombie-Filme von Romero. Ich habe «Zombie» (aka «Dawn of the Dead» erstmals gesehen, als er 1978 in die Kinos kam - und es war ein echter Schock. Die allgemeine Panik, die der Film beschreibt und das grosse Durcheinander, das von TV-Sendungen gestiftet wird, in denen sich jeder und jede zum Geschehen äussert: Das kommt der aktuellen Situation ziemlich nahe, die unsere Konsumgesellschaft in den Grundfesten erschüttern wird. 

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