Interviews

5 Fragen an Kacey Mottet Klein, Schauspieler

Datum

24. April 2020

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Im Alter von knapp 10 Jahren wird Kacey Mottet Klein für Ursula Meiers Film «Home» gecastet. Für sein Filmdebüt an der Seite von Isabelle Huppert erhielt er den Schweizer Filmpreis. 2010 verkörperte er im Film «Gainsbourg - Vie héroïque» von Joann Sfar den jungen Serge Gainsbourg.

Danach spielt Kacey Mottet Klein in weiteren Filmen von Ursula Meier: in «Sister» (2012) an der Seite von Léa Seydoux, für den er zum zweiten Mal mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde, sowie in «Kacey Mottet Klein, naissance d'un acteur» (2015) und «Ondes de choc – Journal de ma tête» (2017). Der 1998 in Lausanne geborene und international tätige Schauspieler weilt momentan in der Schweiz.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf deine Arbeit aus?

Die Filmbranche steht wie viele andere Branchen seit Beginn des Lockdowns vollständig still. Für mich hat sich dadurch jedoch nichts gross verändert. Die nächsten Dreharbeiten, die für Ende Juni vorgesehen waren, wurden einfach auf Ende Juli verschoben. Wie ich erfahren habe, sollen für den Dreh zahlreiche Massnahmen ergriffen werden. Denn zwischen den Teams – und vor allem zwischen den Schauspielerinnen und Schauspielern -  ist es schlicht unmöglich, Abstand zu halten. So viel ich weiss, soll das ganze Team vor den Dreharbeiten in Quarantäne geschickt werden.

Wie begegnest du den aktuellen Herausforderungen?

Ich versuche wie viele andere auch, mich neu zu erfinden. Seit letztem Jahr habe ich keine Filme mehr angenommen, um mich zu erholen. Ich arbeite bereits seit einigen Monaten an einem Projekt, das nicht unbedingt mit dem Filmbereich zu tun hat: dem Escape Game «Horrorhaus» – und das füllt mich gerade ziemlich aus. Hart ist für mich im Moment, dass ich das letzte Flugzeug verpasst habe, um nach Marokko zu meiner Freundin zu fliegen. Besonders beängstigend ist für mich, dass man im Moment überhaupt nicht weiss, wann man wieder reisen kann.

Eröffnen sich in dieser Krise womöglich auch neue Chancen?

Ich glaube leider nicht, dass sich diese Krise für die Filmbranche in irgendwelcher Weise positiv auswirkt. Im Gegenteil, ich befürchte, dass sie von der Geldmaschinerie der Filmindustrie geschluckt wird. Das die Leute immer weniger ins Kino gehen und dass noch mehr «Mainstream»-Filme geschaut werden als vor der Corona-Krise.

An welchen (Schweizer) Film erinnert dich die aktuelle Situation? Und gibt es einen Film, der dir im Moment besonders viel bedeutet? 

Wenn es einen Film gibt, der das wiedergibt, was wir im Moment durchleben, dann ist das für mich wie für viele «Contagion» von Steven Soderbergh. Die Ängste, die durch die Quarantäne ausgelöst werden können, werden sehr gut sichtbar in «Home» – dem ersten Film, in dem ich mitgespielt habe. Die Familie schliesst sich ein, um sich vor der Autobahn zu schützen, die als Sinnbild für den schädlichen Virus betrachtet werden kann. Um nicht zu viel darüber nachzudenken, schaue ich gerne Liebesfilme von Sofia Coppola. Sie tun einem extrem gut, wenn man gezwungen ist, so weit weg von seiner Freundin zu sein.

Was machst du als Erstes, wenn die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie ganz aufgehoben werden? 

Ich glaube, du kennst meine Antwort schon. Ich werde mich ins nächste Flugzeug stürzen, um zu meiner Freundin zu fliegen. Danach werde ich auf alle Fälle mit ihr in die Ferien fahren, bevor ich meine Arbeit wieder aufnehme.  

 

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