Interviews

5 Fragen an Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, Regisseurinnen

Datum

6. Mai 2020

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Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, ursprünglich Schauspielerinnen, sind seit 1999 als Regie- und Drehbuch-Duo tätig. Die Kindheitsfreundinnen machten seither zahlreiche preisgekrönte Filme und eine Serie.

Nach «Petite Chambre» (2009) mit Michel Bouquet feierte ihr zweiter und von Ruth Waldburger produzierte Spielfilm «Schwesterlein» mit Nina Hoss und Lars Eidinger im Februar 2020 im internationalen Wettbewerb der 70. Berlinale Weltpremiere. Der für April geplante Kinostart musste infolge der Corona-Krise jedoch abgesagt werden. Lesen sie heute unser Kurzinterview mit Stéphanie und Véronique, das die beiden im Duo beantwortet haben. 

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf eure Arbeit aus? 

Stéphanie Chuat und Véronique Reymond: Nach der Uraufführung an der Berlinale sollte «Schwesterlein» Ende April in die Schweizer Kinos kommen und in Deutschland sowie entsprechend der Filmverkäufe international starten. Nun ist alles auf den Herbst verschoben, oder auf noch später. Hoffen wir, dass die Kinobetreiber solidarisch sein werden und dem Independent-Kino die gleichen Chancen einräumen werden wie den Blockbusters, mit denen sie ihre Kassen wieder flott zu machen hoffen.

Wie meistert ihr die Herausforderungen, die euch diese Krise auferlegt?

Stéphanie Chuat und Véronique Reymond: Die Immobilität erlaubt uns, an dem Drehbuch unserer Serie TOXIC und an anderen Filmprojekten weiter zu arbeiten. Wie alle Künstlerinnen und Künstler werden sind von dieser Pandemie und auch der Befürchtung, dass sie für unseren Beruf grosse Folgen haben wird, sehr betroffen. Doch es ist auch ein wertvoller Moment, in dem wir darüber nachdenken können, welchen Sinn Sinn wir unserer Arbeit geben wollen wie wir die Hoffnung wahren und diese auch verschenken können, entgegen der wenig erfreulichen Atmosphäre, welche auf der Welt lastet. 

Eröffnen sich in dieser Krise womöglich auch neue Chancen?

Stéphanie Chuat und Véronique Reymond: Es ist schwierig, auf diese Frage zu antworten, da die Krise erst vor wenigen Wochen begonnen hat. Unser Beruf besteht aber auch darin, mit dem Ungewissen kurz-, mittel- und langfristig umzugehen. Die Krise fügt einen neuen Parameter hinzu, dessen konkreten künftigen Auswirkungen wir noch nicht kennen. 

Gibt es einen Film, an den euch die aktuelle Situation besonders denken lässt?  

Stéphanie Chuat: Ich habe «Le Scaphandre et le Papillon» von Julian Schnabel wieder geschaut, und die Metapher dieses in seinem Körper eingeschlossenen Manns ist - die Verhältnissmässigkeit dabei wahrend -  wie ein Widerhall. Doch auch und vor allem die Schönheit dieses Films hat mich und meine Hoffnung gestärk, dass die Kunst immer einen Platz in der Gesellschaft haben wird. 

Véronique Reymond: Es lässt mich an «Honeyland» denken, einen Dokumentarfilm über eine Frau, die völlig isoliert in den Bergen in Mazedonien lebt und dort als Bienenzüchterin in miserablen Zuständen lebt - ohne dass sie dabei je ihre Lebensfreude aufgibt. Eine beeindruckende Frau und ein wunderschöner Film. 

Was machst ihr als Erstes, wenn die Anti-Corona-Massnahmen aufgehoben werden?

Stéphanie Chuat: Einen Capuccino trinken gehen in ein Café, mit MENSCHEN um mich herum. Um das Leben in voller Blüte zu sehen, in dieser sehr  einfachen und anonymen Art und Weise. Um meine Freundinnen und Freunden - leibhaftig! - wieder sehen. Und “Schwesterlein” in die Festivals begleiten, die Welt (wieder) sehen. 

Véronique Chuat: Mit Menschen zusammen sein, die mir kostbar sein und mit ihnen gemeinsam unterwegs sein. 

 

Porträtbild: Sophie Brasey

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