Portrait | Autorentexte

Expert*innen Upcoming Lab

Datum

21. Januar 2021

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Upcoming

Hier präsentieren wir die sechs Upcoming Lab Expert*innen der 56. Solothurner Filmtage.

Claire de Ribaupierre

Dramaturgin

www.manufacture.ch | www.massimofurlan.com

Claire de Ribaupierre

Ich mag das Kino als eine Sammlung von Geschichten. Ein Raum, um neue Ideen über unsere Lebensweise auf dieser Welt zu entwickeln.

Claire de Ribaupierre

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Ich mag das Kino als eine Sammlung von Geschichten. Ein Raum, um neue Vorschläge über unsere Lebensweise auf dieser Welt zu entwickeln. Aber ich mag das Kino auch als einen Ort für unerwartete visuelle Erfahrungen, als einen Raum des Aufbruchs und der Freiheit. Was die Arbeit betrifft, so interessieren mich vor allem Dokumentarfilme von Autoren und Künstlern, wie zum Beispiel jene von Werner Herzog, Gianfranco Rosi, Johan van der Keuken oder Jean Rouch. Ich finde diese Form extrem erfinderisch und offen.

2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Von einem Kino das erforscht und experimentiert. Ein Kino, das Welten erfindet, in denen wir gerne leben würden. Ein Kino, das Stellung bezieht.

3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? Ich glaube nicht, dass es an mir ist, Ratschläge zu geben. Das Kino ist nicht mein Metier, ich komme aus der darstellenden Kunst, dem Theater, der Literatur und der Anthropologie. Aber als Künstlerin ist es wichtig, neue Formen zu entwickeln und sie zu verteidigen. Formen der Neugierde auf andere Künste, andere Kulturen und andere Lebensweisen zu erforschen und zu entwickeln.

4) Ein Film, ein Vortrag, ein Foto, ein Lied, eine Figur oder ein Schlüsselerlebnis, das Sie begleitet und inspiriert und das Sie gerne mit uns teilen möchten? Zum Beispiel die Konferenz von Vinciane Despret et Baptiste Morizot. Weil ich diese beiden Philosophen sehr mag, die es schaffen, das Verhalten von Tieren und die Beziehungen, die wir mit ihnen haben, mit besonderer Finesse und Intelligenz zu beobachten. Weil ihr Denken großzügig und fruchtbar ist. Und weil sie zu lesen oder zu hören uns erfinderischer macht.

Oder aber Werner Herzogs Film Encounters to the end of the world, weil Herzog einer meiner Lieblingsfilmemacher ist. Seine Art zu schauen und zu hinterfragen, einzelnen Wesen zu begegnen und sie zu filmen, ist eine neue Erfahrung. Seine Filme offenbaren uns andere Wesen und andere Welten, voller Überraschungen, Einzigartigkeiten, Fremdartigkeit.

Bio Claire de Ribaupierre (français)

Veronika Grob

Förderreferentin Film Medienboard Berlin-Brandenburg

www.medienboard.de

Veronika Grob

Am Film interessierte mich schon immer, was mich an jedem künstlerischen Werk interessiert: Eine Reflexion unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Veronika Grob

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Am Film interessierte mich schon immer, was mich an jedem künstlerischen Werk interessiert: Eine Reflexion unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Und im Film verbinden sich alle Kunstformen doch am schönsten: Literatur, Kunst und Musik. Und dies auch noch unterhaltsam.

2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Träumen tue ich von Emotion und Innovation in großartigen Bildern. Vieles davon ist aber mittlerweile auf die Streaming-Plattformen abgewandert, während sich Filme im Kinosaal immer schwerer behauptet und sich markanter positionieren müssen. Doch der Lockdown lässt uns umso mehr die großen Leinwände vermissen.

3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? Die eigene Vision nicht aus den Augen verlieren und trotzdem neugierig und offen bleiben. Film ist Teamwork.

Bio Veronika Grob

Michela Pini

Produzentin

www.cinedokke.ch | www.8horses.ch

Michela Pini

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Film ist nicht nur mein Job, sondern auch meine Leidenschaft, irgendwie geht er dir unter die Haut, er wird ein Teil von dir. Nur so macht Kino einen Sinn.


2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Ich glaube an ein Kino, das in der Lage ist, den Horizont aller Zuschauer*innen zu erweitern, das uns dazu bringen kann, unsere Perspektive auf die Welt zu ändern und das uns vielleicht zu besseren Menschen machen. kann.

3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? Das Filmemachen (egal welcher Bereich davon) lernt man nur wirklich, wenn man es tut, jeder neue Film ist auch eine neue Erfahrung... beim Filmemachen hört man nie auf zu lernen.

4) Ein Film, ein Vortrag, ein Foto, ein Lied, eine Figur oder ein Schlüsselerlebnis, das Sie begleitet und inspiriert und das Sie gerne mit uns teilen möchten? Ohne diejenigen, die an mich geglaubt haben, wäre ich nicht die Produzentin, die ich heute bin.

Bio Michela Pini (englisch)

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Stella Händler

Produzentin

www.freihaendler.ch

Stella Händler

Arbeiten für den Film bedeutet für mich vor allem Austausch mit Menschen.

Stella Händler

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Arbeiten für den Film bedeutet für mich vor allem Austausch mit Menschen. Bei der intensiven Zusammenarbeit mit Autor*innen und Regisseur*innen tauche ich in spannende Themen ein und lerne viel über die menschliche Existenz in all ihren Facetten.

2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Ich wünsche mir das Kino als Ort der kulturellen und künstlerischen Auseinandersetzung. Unterhalten kann ich mich auch beim Fernsehen oder mit Online-Filmangeboten. Vielleicht sollte das Kino den Stellenwert und die gesellschaftliche Anerkennung bekommen wie Theater, Museen und Konzertsäle?

3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? Filme schauen, Festivals besuchen, und vor allem: vernetzt euch! Diskutiert eure Projekte mit Kolleg*innen und Fachleuten, holt Feedback ein, sucht Rat, wenn ihr unsicher seid, verliert nicht den Mut bei Rückschlägen.

Bio Stella Händler

Joëlle Comé

Direktorin Istituto Svizzero Roma

www.istitutosvizzero.it

Joelle Come

Ich ermutige junge Filmschaffende, an sich zu glauben und bereit zu sein, für eine Idee oder eine Vision zu kämpfen, aber sich auch bewusst zu sein, dass sie sich für eine Kunst entschieden haben, die kollektiv geschaffen wird, niemals alleine.

Joëlle Comé

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Das Kino hat mir die Tür zu anderen Künsten geöffnet und mein Verhältnis zum Künstlerischen, zum zeitgenössischen Schaffen, stark geprägt. Ich war schon immer cinéphil, was sich durch all die Stunden, die ich im dunklen Kinosaal anstatt in der Schule verbracht habe, noch intensiviert hat. Und auch im anschliessenden Studium war die Filmgeschichte und das Filmeschauen zentral für mich. Von hier habe ich alle meine ästhetischen und historischen, ja sogar politischen, Referenzen. Ich kann mich noch gut an die Analysen am Schneidetisch erinnern und an all die Filme, die ich vor 30 gesehen habe. Seit da ist meine Erinnerung selektiver. Die gesehenen Filme, die gedrehten Filme, die Filme von Freunden und die nie gedrehten Filme vermischen sich, aber das Kino bleibt ein Marker für jeden Abschnitt meines Lebens.

2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Ein Kino, das uns Träumen lässt und uns gleichzeitig wach hält. Ein Kino, das sich nicht scheut, sich der Realität und der Welt von heute zu stellen, und das dort seinen Ursprung hat, um uns dann woanders hinzuführen.  

3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? An sich zu glauben und bereit zu sein, für eine Idee oder eine Vision zu kämpfen, aber sich auch bewusst zu sein, dass sie sich für eine Kunst entschieden haben, die kollektiv geschaffen wird, niemals alleine. Also vor allem zu lernen, wie man mit anderen arbeitet und kommuniziert.

4) Ein Film, ein Vortrag, ein Foto, ein Lied, eine Figur oder ein Schlüsselerlebnis, das Sie begleitet und inspiriert und das Sie gerne mit uns teilen möchten? Im Istituto Svizzero in Rom hat das Kino einen festen Platz, manchmal einen eigenen, manchmal integriert in die zeitgenössischer Kunst.

Mir gefällt die Inszenierung des Films Geschichte der Nacht von Clemens Klopfenstein," (ehemaliger Resident in unserem Institut) in Rahmen einer Ausstellung (Retour à Rome 11.10.2019-19.1.2020, Rom, Villa Maraini).

Photo © OKNOStudio exposition Retour à Rome - C. Klopfenstein Geschichte der Nacht (1979)

Photo © Davide Palmieri Radio Raheem

Bio Joëlle Comé (englisch)

Olivier Zobrist

Produzent und Verleiher

www.langfilm.ch | www.vincafilm.ch

Olivier_Zobrist

Ein neues Filmprojekt ist wie sich verlieben: Aufregend und neu, ein Sich Kennenlernen & finden.

Olivier Zobrist

1) Was ist Ihre Beziehung zum Film? Mein Beziehung zum Film ist polygam: Ein neues Filmprojekt ist wie sich verlieben: Aufregend und neu, ein Sich Kennenlernen & finden. Danach folgt die gemeinsame, langwierige Arbeit an dieser neuen Beziehung – mit hoffentlich dem emotionalen Höhepunkt einer Geburt auf der Leinwand (oder dem Bildschirm).  

2) Von welcher Art von Kino träumen Sie in der heutigen Zeit? Einem, dass auf der grossen Leinwand mit vielen Leuten im Saal stattfindet.


3) Was ist Ihr Rat für Filmemacher*innen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen? Mit Lust, Mut und Durchhaltewillen jene Projekte zu verfolgen, wo das Herz Euch hinzieht. Hört auf Euren Bauch - und auf die Produzent*innen ;)

4) Ein Film, ein Vortrag, ein Foto, ein Lied, eine Figur oder ein Schlüsselerlebnis, das Sie begleitet und inspiriert und das Sie gerne mit uns teilen möchten? Nightjar, von Cosmo Sheldrake weil hier Musik, Natur und politische Gesinnung auf wunderbare Weise zusammenfinden. https://www.youtube.com/watch?v=b3rTTggnfEE

Bio Olivier Zobrist

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