20.1. –– 27.1.2021
Solothurner Filmtage
Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage 2020

Elisabeth Baume-Schneider und Regine Sauter neu im Vorstand – Positive Jahresrechnung 2019/2020 – Neues, verjüngtes Publikum

Die Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF) haben an ihrer ordentlichen Versammlung vom Donnerstag, 2. Juli die Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider und die Nationalrätin Regine Sauter einstimmig in den Vorstand gewählt. Damit stellen sie im strategischen Gremium Geschlechterparität her. Die Jahresrechnung 2019/2020 schliesst positiv; die Eigenleistungen tragen 35% zum Gesamtumsatz bei. 98,1% der Besucher*innen wollen auch nächstes Jahr an den Solothurner Filmtagen teilnehmen. In der jüngsten Besucher*innengruppe wird seit 2013 erstmals wieder ein Zuwachs verzeichnet.

Erweiterung des Vorstandes
Felix Gutzwiller, Präsident der Solothurner Filmtage, freute sich über die positive Bilanz: «Ein vielfältiges Filmprogramm, ein jüngeres Publikum, ein verstärkter Dialog zwischen den Sprachregionen und Generationen und eine budgetäre Punktlandung – das sind die Ziele, welche sich Anita Hugi für ihr erstes Jahr gesetzt und mit Erfolg erreicht hat. Ich gratuliere ihr zu dieser Premiere! Danken möchte ich für die erfolgreichen 55. Solothurner Filmtage auch unseren starken Partnerinnen und Partnern, dem kompetenten, engagierten Team und den treuen Mitgliedern.»

Mit Blick auf die neuenVorstandsmitglieder Elisabeth Baume-Schneider und Regine Sauter hielt der Präsident fest: «Diese Erweiterung des Vorstandes widerspiegelt unsere Strategie. Wir können mit Frau Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider und Frau Nationalrätin Regine Sauter auf zwei ausgewiesene Kennerinnen der nationalen Kulturpolitik zählen und unser Netzwerk in die Wirtschaft und in den Raum Zürich sowie auch in die französischsprachige Schweiz weiter ausbauen. Nicht zuletzt lösen wir unser Bekenntnis zur Gender-Charta von SWAN (Swiss Women’s Audiovisual Network) zeitig ein und erreichen das Ziel ‚50/50 bis 2020‘. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.»

Mit den zwei Neumitgliedern wurde der Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage um eine Person auf insgesamt neun Mitglieder erweitert. Nach siebenjähriger Vorstandsarbeit trat Peter Gomez, Ökonom und Professor emeritus der Universität St. Gallen zurück. Sein fachkundiges Engagement wurde herzlich verdankt.

Elisabeth Baume-Schneider (SP, Jura) ist seit 2019 Ständerätin. Sie studierte Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaften und arbeitete zunächst als Sozialarbeiterin, bevor sie von 2003 bis 2015 dem Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Jura vorstand. In den Jahren 2006, 2008 und 2012 war sie Regierungsratspräsidentin. Sie engagiert sich im Kulturbereich, unter anderem für die Schaffung des Théâtre du Jura in Delémont. Während 8 Jahren präsidierte sie die Eidgenössische Filmkommission. Von April 2016 bis Juni 2020 war sie Direktorin der Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit (EESP) in Lausanne.

Regine Sauter (FDP, Zürich) ist seit 2015 Nationalrätin. Die promovierte Staatswissenschafteringehört der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit an. Seit 2012 leitet Regine Sauter die Zürcher Handelskammer, einen branchenübergreifenden Wirtschaftsverband von rund 1100 Unternehmen in den Kantonen Zürich, Zug und Schaffhausen. Regine Sauter vertritt die Zürcher Handelskammer in diversen Gremien und Organisationen, im Geschäftsführerausschussvon Economiesuisse oder im Vorstand des Europainstituts der Universität Zürich. Sie nimmt zudem Einsitz in Verwaltungs- und Stiftungsräten, darunter die Opernhaus Zürich AG oder das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft.

Jahresbericht 2019/2020
Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, erläuterte den Jahresbericht des Geschäftsjahres 2019/2020: «Mein Einstands-Credo lautete: Tradition bewahren, Zukunft gestalten! Ich freue mich sehr, dass wir unsere Ziele erreichen konnten. Zukunft gestalten bedeutet für mich auch, dem langjährigen und dem jungen Publikum und Filmschaffen Raum zu geben. Es freut mich deshalb besonders, dass wir laut unserer neuen Publikumsbefragung erstmals seit 2013 wieder eine Zunahme bei den 15- bis 24-jährigen Besucher*innen verzeichnen und 9,4 % der Befragten das Festival für den Schweizer Film zum ersten Mal besuchten.»

Gemäss derselben Umfrage gaben 98,1 % der Befragten an, nächstes Jahr wieder kommen zu wollen. Dieser Zuspruch schlägt sich auch in den Eintrittszahlen nieder. Die 55. Solothurner Filmtage verzeichneten 66’332 Eintritte (+1’361 im Vorjahresvergleich), und die Auslastung ist um 1,9% gestiegen. «Mit 10’969 Eintritten war der Freitag gar der stärkste der Festivalgeschichte», fügte Anita Hugi an.

Die Jahresrechnung der 55. Solothurner Filmtage weist ein operatives Ergebnis von CHF 11'559.-. aus. Die Eigenleistungen tragen 35% des Gesamtumsatzes bei (im Vorjahr 32%), die Subventionen 30% (Vorjahr 30%), das Sponsoring 27% (Vorjahr 30%) und die Stiftungen 7% (Vorjahr 8%).

Ausblick auf die 56. Solothurner Filmtage
In den sozialen Medien verzeichneten die 55. Solothurner Filmtage einen Zuwachs von 39%. Auch die Nutzung der Website und der Festival-App stiegen weiter stark an.

Um dieser Entwicklung, dem gegenwärtigen Digitalisierungsschub und den Bedürfnissen des Publikums Rechnung zu tragen, erarbeiten die Solothurner Filmtage eine neue Website und bauen die Präsenz im digitalen Raum weiter aus.

«Der Lockdown im März hat sofort verdeutlicht, wie essentiell Kultur für unsere Gesellschaft ist – und dass es in unserer globalisierten Welt entscheidend sein wird, dass der Zugang zu einer lebendigen und einheimischen (Film-)Kultur gesichert ist», sagte Anita Hugi.

Während des Lockdowns haben die Solothurner Filmtage unter anderem eine Interviewserie zu den Folgen der Corona-Krise für das Schweizer Filmschaffen publiziert, an der Filmschaffende unterschiedlicher Metiers teilnahmen.

«Was und wie uns allen im Frühjahr 2020 geschah, wie wir uns als Gesellschaft auf globale Krisen besser vorbereiten können und was deren Risiken sind – damit werden wir uns alle beschäftigen müssen.» Mit Blick auf die 56. Solothurner Filmtage verriet die Direktorin: «Das Film- und Rahmenprogramm wird Anregung zum Nachdenken und Handeln bieten – und den Schweizer Film mehr denn je feiern. Projektion – Blick nach vorn ist unser Leitmotiv.»

Zum Jahresbericht der 55. Solothurner Filmtage.