22.1. –– 29.1.2020
Solothurner Filmtage
Prix de Soleure 2019

Fanny Bräuning nahm den elften «Prix de Soleure» für «Immer und ewig» entgegen. Die Regisseurin begleitete für ihren zweiten langen Dokumentarfilm ihre Eltern auf eine Reise kreuz und quer durch Südeuropa. Am Steuer des Campers sitzt ihr Vater Niggi, leidenschaftlicher Fotograf und Tüftler, neben ihm ihre Mutter Annette, seine gelähmte Frau. Die Jurymitglieder Esen Isik, Noémie Schmidt und Nicola Forster zeigten sich beeindruckt «von einem sehr intensiven, persönlichen Film. Das Paar nimmt uns auf eine grosse Reise mit. Und urplötzlich merken wir, dass sich der Film direkt und unbequem an uns richtet. Als Zuschauer sind wir aufgefordert, die Fragen der Filmemacherin auch selber zu beantworten. Wir fragen uns, ob die allumfassende Liebe der beiden als Modell für uns selber taugen würde. Wir dürfen dabei durchaus zu unterschiedlichen Antworten kommen. Der Film lässt uns alle Möglichkeiten, und das ist gut so.»

Fanny Bräuning ist die erste Regisseurin, die den «Prix de Soleure» bereits zum zweiten Mal mit nach Hause nehmen kann. Im Jahre 2009 gewann die Baslerin mit ihrem Erstling «No more smoke signals» den ersten «Prix de Soleure». «Immer und ewig» startet im Verleih von Frenetic heute Donnerstag, 31. Januar 2019 in den Kinos der deutschsprachigen Schweiz.

Die mit CHF 60'000.- dotierte Auszeichnung wird getragen vom Fonds «Prix de Soleure» sowie dem Kanton und der Stadt Solothurn. Die Preissumme geht je zur Hälfte an Regie und Produktion (Hugfilm Productions GmbH).

 

 

Das Objekt «Prix de Soleure» wurde vom Künstler Jean Mauboulès gestaltet

Nominierungen 2019
Alexia, Kevin und Romain

Adrien Bordone | CH | doc 80'
So 27.1. 17:15 Konzertsaal | Mi 30.1. 09:30 Landhaus

Alexia, Kevin und Romain sind achtzehn und träumen wie andere Teenager von der Freiheit nach der Schule. Das Abschlussjahr im Heim wird zur emotionalen Achterbahn für die drei Jugendlichen.

Der Büezer

Hans Kaufmann | CH | fic 82'
Sa 26.1. 21:00 Reithalle | Mo 28.1. 21:00 Landhaus

Der Sanitärtechniker Sigi (Joel Basman) versucht, sein Leben nach dem Tod seiner Eltern in den Griff zu bekommen. Er lernt Hannah kennen und lässt sich auf eine unbekannte Welt ein.

Digitalkarma

Mark Olexa, Francesca Scalisi | CH | doc 78'
Fr 25.1. 20:45 Konzertsaal | Mo 28.1. 15:15 Reithalle

Die junge Bangladescherin Rupa träumt davon, zu arbeiten und Rad zu fahren. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Tradition und Unabhängigkeit.

Eisenberger – Kunst muss schön sein, sagt der Frosch zur Fliege

Hercli Bundi | CH | doc 94'
Sa 26.1. 17:45 Landhaus | Mo 28.1. 18:00 Reithalle

Der österreichische Künstler Christian Eisenberger hat mit vierzig Jahren bereits über 45’000 Werke geschaffen. Seine Arbeit sorgt für Kontroversen: Wie weit darf künstlerische Freiheit gehen?

Fair Traders

Nino Jacusso | CH | doc 89'
So 27.1. 15:00 Landhaus | Mi 30.1. 12:00 Reithalle

Drei charismatische Unternehmerinnen und Unternehmer gewähren Einblick in die alltägliche Herausforderung, Produkte nachhaltig, fair und doch wirtschaftlich herzustellen.

Immer und ewig

Fanny Bräuning | CH | doc 85'
Sa 26.1. 20:30 Landhaus | Di 29.1. 14:45 Landhaus

Die Regisseurin begleitet ihre an Multipler Sklerose erkrankte Mutter und ihren Vater auf einer Reise im Camper. Die Freuden und Hürden des Reisealltags offenbaren die grosse Liebe zwischen den beiden.

Pearl

Elsa Amiel | FR/CH | fic 80'
Fr 25.1. 18:15 Reithalle | Di 29.1. 20:30 Landhaus

Lea Pearl ist auf dem besten Weg, Miss Heaven zu werden, eine prestigeträchtige Auszeichnung für die Bodybuilderin. Am Tag des Wettkampfs holt sie jedoch ihre Vergangenheit ein.

Sohn meines Vaters

Jeshua Dreyfus | CH | fic 89'
Fr 25.1. 20:45 Landhaus | Di 29.1. 18:00 Reithalle

Simon möchte mit dem Liebesleben seines Vaters (Dani Levy) nichts zu tun haben. Als seine Eltern in die Ferien fahren, lernt er die Geliebte seines Vaters näher kennen.

Tscharniblues II

Aron Nick | CH | doc 83'
Sa 26.1. 15:00 Landhaus | Di 29.1. 09:30 Landhaus

Vierzig Jahre nach dem Dreh von «Dr Tscharniblues» versammelt der Regisseur die Protagonisten erneut und will von seinem Vater und dessen Freunden wissen, was aus ihren Idealen geworden ist: ein intimer Einblick in den Seelenzustand zweier Generationen.

Jury 2019
Esen Isik
Esen Isik

Esen Isik

Esen Isik wird 1969 in Istanbul geboren und besucht dort das Gymnasium. Von 1985 bis 1990 arbeitet sie in ihrer Heimatstadt am Jugendtheater Kartal. 1990 kommt sie in die Schweiz und ist während zwei Jahren in der Basler Jugendberatungsstelle «Kaffe Schlappe» tätig. Ab 1992 studiert Esen Isik Film und Video an der Zürcher Hochschule der Künste. Ihr Abschlussfilmfilm «Ölmeye Yatmak» wird 1997 als beste Diplomarbeit ausgezeichnet und für den Schweizer Filmpreis nominiert. Es folgen mit «Babami Hirsizlar Caldi» oder «Du&Ich» weitere preisgekrönte Kurzfilme. 2012 begründet Esen Isik die TriAkt Filmproduktion mit. In ihrem ersten langen Spielfilm, «Köpek» (2015), setzt sie sich mit gesellschaftlich überlieferter Gewalt auseinander. «Köpek» wird in fünf Kategorien für den Schweizer Filmpreis 2016 nominiert und mit den Preisen für den besten Film und die beste Darstellerin ausgezeichnet. Derzeit arbeitet Esen Isik an ihrem nächsten Spielfilm «Abdullah und seine Söhne».

Noémie Schmidt
Noémie Schmidt

Noémie Schmidt

Noémie Schmidt kommt 1990 in Sitten zur Welt. Nach der Schauspielausbildung an der Theaterschule Jacques Lecoq in Brüssel verkörpert sie in «Coda» von Ewa Brykalska erstmals eine Rolle für die Leinwand. 2014 gibt sie in der internationalen Serie «Versailles» die Herzogin von Orléans. In «L’étudiante et Monsieur Henri» (Regie: Ivan Calbérac) spielt sie an der Seite von Claude Brasseur und wird für den César Révélations 2016 nominiert. 2017 nimmt Noémie Schmidt an den 52. Solothurner Filmtagen den Schweizer Fernsehfilmpreis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in «La lumière de l’espoir» von Silvia Quer entgegen. Die Walliserin lebt in Paris, wo sie als Schauspielerin und Produzentin an zahlreichen Projekten arbeitet, darunter Spielfilme, Serien, Kurz- und Dokumentarfilme. Derzeit arbeitet sie gemeinsam mit Zeichnern und Musikern in Mexiko an einem Animationsfilm. Noémie Schmidt ist im Kino aktuell in Michael Steiners «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» sowie am Fernsehen in der belgischen Serie «La trêve» zu sehen. 

Nicola Forster
Nicola Forster

Nicola Forster

Nicola Forster (1985) ist Mitbegründer und Präsident des Schweizer Think Tanks foraus (Forum Aussenpolitik). Der in Zürich aufgewachsene Jurist arbeitet als politischer Unternehmer und professioneller Moderator sowie Keynote-Speaker in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz. Er ist Partner einer Innovations-Beratungsfirma, Mitbegründer der Operation Libero, der Innovationsplattform Staatslabor, der Schweizer Global Shapers (World Economic Forum), des Global Diplomacy Labs sowie Präsident der Fondation Science et Cité und Co-Präsident der GLP Kanton Zürich. Für sein zivilgesellschaftliches Engagement wurde Nicola Forster unter anderem als Ashoka Fellow sowie SKO Swiss Leader ausgezeichnet. Nach mehreren Jahren im Ausland – unter anderem in Addis Abeba (Äthiopien), Brüssel, Berlin und New York – wohnt Forster nun wieder in der Schweiz. 

Bisherige Preisträger
Prix de Soleure 2018

«Des moutons et des hommes» von Karim Sayad, doc 78’

Produktion: Close-up Films, Norte Productions, Doha Film Institute

 

Die Jury des «Prix de Soleure» 2018

Xavier Koller
Regisseur
 

Pascale Kramer
Schriftstellerin

Foto: David Ignaszewski-koboy

Flavia Kleiner
Politaktivistin                                                                                                

Prix de Soleure 2017

«Die göttliche Ordnung» von Petra Volpe, fic 96’
Produktion: Zodiac Pictures Ltd, Schweizer Radio und Fernsehen SRF SRG SSR, Teleclub

Die Jury des «Prix de Soleure» 2017

Sabine Gisiger
Regisseurin
Foto: Matthias Günter

Cornelio Sommaruga
Chefdiplomat

Anatole Taubman
Schauspieler
Foto: Jürgen Frank

Prix de Soleure 2016

«Das Leben drehen – Wie mein Vater versuchte, das Glück festzuhalten» von Eva Vitija, doc 77'
Produktion: SwissDok GmbH, ZHdK, SRF

Die Jury des «Prix de Soleure» 2016

Julia Jentsch
Schauspielerin
Foto: Stefan Klüter

Călin Peter Netzer
Regisseur
Foto: Barna Nemethi, griffon & swans

Heidi Tagliavini
Diplomatin
Foto: Serge Hoeltschi

Prix de Soleure 2015

«Spartiates» von  Nicolas Wadimoff, doc 80’
Produktion: AKKA Films

Die Jury des «Prix de Soleure» 2015

Dominique de Rivaz
Regisseurin

Melinda Nadj Abonji
Schriftstellerin / Musikerin
Foto: Gaetan Bally

Moritz Leuenberger
Alt-Bundesrat

Prix de Soleure 2014

«L'escale» von Kaveh Bakthiari, doc 100'
Produktion: Louise Productions

Die Jury des «Prix de Soleure» 2014

Lukas Bärfuss
Schriftsteller
Foto Frederic Meyer

Güzin Kar
Drehbuchautorin / Regisseurin
Foto Barbara Sigg

Jean Ziegler
Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats
Foto C. Bertelsmann

Prix de Soleure 2013

«Der Imker» von Mano Khalil, doc 105'
Produktion: Frame Film GmbH, Mano Khalil

Die Jury des «Prix de Soleure» 2013

Stéphanie Chuat
Regisseurin

Michèle Roten
Schriftstellerin

Dick Marty
Politiker

Prix de Soleure 2012

«Vol spécial» von Fernand Melgar, doc 100'
Produktion: Climage, Elise Shubs

Die Jury des «Prix de Soleure» 2012

Séverine Cornamusaz
Regisseurin

Charles Lewinsky
Schriftsteller / Drehbuchautor

Micheline Calmy-Rey
Alt-Bundesrätin

Prix de Soleure 2011

«Cleveland vs. Wallstreet» von Jean-Stéphane Bron, doc 89'
Produktion: Saga Production, Robert Boner, Philippe Martin

Die Jury des «Prix de Soleure» 2011

Manon Schick
Direktorin Amnesty International

Benjamin Heisenberg
Regisseur / Autor

San Keller
Künstler

Prix de Soleure 2010

«Nel giardino dei suoni» von Nicola Bellucci, doc 84'
Produktion: soap factory GmbH, Frank Matter

Die Jury des «Prix de Soleure» 2010

Géraldine Savary
Ständerätin

Bettina Oberli
Regisseurin

Daniel Binswanger
Journalist

Prix de Soleure 2009

«No more smoke signals» von Fanny Bräuning, doc 90'
Produktion: Distant Lights Filmproduktion GmbH, Kaspar Kasics

Die Jury des «Prix de Soleure» 2009

Stina Werenfels
Regisseurin

Peter Weber
Schriftsteller

Ruth Dreifuss
Alt-Bundesrätin