25.1. –– 1.2.2018
Solothurner Filmtage
Weitere Preise & Veranstaltungen
Prix d'honneur

Der seit 2003 verliehene «Prix d’honneur» (vormals «Preis der Gemeinden im Wasseramt») im Wert von CHF 10’000.– ehrt eine Schweizer Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Filmkultur verdient gemacht hat. Der Preis wird gestiftet von den Gemeinden im Wasseramt.

Die Szenenbildnerin Susanne Jauch wird mit dem «Prix d’honneur» der 53. Solothurner Filmtage geehrt. Sie nimmt den Preis am Montag, 29. Januar 2018 im Kino Landhaus entgegen. 

Susanne Jauch, Szenenbildnerin

Susanne Jauch ist in Zürich geboren und aufgewachsen. Sie absolviert die Ausbildung zur Fotografin/Fotolaborantin und arbeitet dann in der Werbefotografie. Bevor sie beim Spielfilm Fuss fasst, ist sie u.a. als Ausstatterin für Spot-Produktionen tätig. Ein Schweizer Tatort (Regie: Bernhard Giger) ist ihre erste Arbeit als verantwortliche Szenenbildnerin. 1993 folgt der Spielfilm «Wachtmeister Zumbühl» von Urs Odermatt, dessen Handlung in den Sechzigerjahren spielt. Danach arbeitet sie u.a. für Daniel Helfer, Christof Vorster, Markus Imboden und gestaltet die Szenenbilder für deren Spielfilmprojekte. Für Markus Imhoofs «Flammen im Paradies» entwirft und gestaltet sie in Indien die historischen Dekors. Es folgen Filme mit Gita Gsell, Marie-Louise Bless, Judith Kennel, Bernhard Giger, Barbara Kulcsar. Für drei Spielfilme von Fredi M. Murer zeichnet sie verantwortlich: «Vollmond», «Vitus» und «Liebe und Zufall». Auch für Christoph Schaub arbeitet Susanne Jauch immer wieder: «Happy New Year», «Giulias Verschwinden» und «Nachtlärm». Für Stefan Haupts «How About Love» kann sie in Thailand ein burmesisches Flüchtlingscamp aufbauen und einrichten. Aber auch TV Serien wie «Die Schweizer» von Dominique Othenin-Girard oder «Seitentriebe» von Güzin Kar und Markus Welter gehören zu ihren Werken. Die erste Zusammenarbeit mit Rolf Lyssy, «Die letzte Pointe», ist ihr dreissigster Spielfilm als Szenenbildnerin.

Bei all ihren Arbeiten gilt: «Das Szenenbild soll dazu beitragen, die Figuren des Films zu charakterisieren, damit sie dem Zuschauer erspürbar werden, ihm so die Verständlichkeit der Erzählung erleichtern. Wichtig dabei ist, dass das Szenenbild nicht bewusst wahrgenommen wird.»

Prix Pathé

Der «Prix Pathé – Preis der Filmpublizistik» wird an den 53. Solothurner Filmtagen zum dreizehnten Mal verliehen. Er zeichnet FilmjournalistInnen für herausragende Beiträge zum aktuellen Schweizer Filmschaffen aus. Mit dem «Prix Pathé» soll die Filmkritik als eigenständige journalistische Leistung gewürdigt und gestärkt werden.

2018 wird der «Prix Pathé» zum zweiten Mal in den Kategorien «Grand prix» und «Tout court» vergeben. Der grosse Preis ist mit CHF 10‘000.– dotiert und prämiert einen langen Beitrag in Schweizer Print- oder Online-Medien, im Radio oder am Fernsehen. Der Preis «Tout court» zeichnet kurze Kritiken zu einem Schweizer Film mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen aus und ist mit CHF 2‘500.– dotiert.

Stifterin der Preise sind die Pathé Schweiz und die Pathé Films AG.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 31. Januar 2018, um 15:00 Uhr im Solheure statt.

Grand prix 2018

Antoine Duplan, Stéphane Gobbo und Sylvie Bonier von der Tageszeitung Le Temps haben die Jury mit ihrem Dossier zum Film «L’Opéra de Paris» von Jean-Stéphane Bron überzeugt und werden mit dem «Grand prix» ausgezeichnet.

Das Dossier ist in Le Temps am 8. April 2017 erschienen. Es umfasst die Filmkritik «Prolos et divas du spectacle vivant» von Antoine Duplan, das Interview «’L’Opéra’ est mon film le plus ouvertement militant», das Antoine Duplan mit Jean-Stéphane Bron führte, den Kommentar «La précieuse subjectivité du documentariste» von Stéphane Gobbo und das Interview «Un film humain, qui part du coeur», das Syvlie Bonier mit Stéphane Lissner führte.
 

Dossier zum Film «L’Opéra de Paris», Le Temps, 8. April 2017
Video: Jean-Stéphane Bron évoque «L'Opéra de Paris»

Antoine Duplan

Antoine Duplan wird 1957 in Lausanne geboren. Während seines Studiums der Geisteswissenschaften arbeitet er als Illustrator oder Redaktor bei verschiedenen alternativen Zeitschriften («Combat Non-Violent», «Rebrousse-Poil») oder Fachzeitschriften («Music Scene»). Nach seiner Tätigkeit als Musikkritiker bei der Tageszeitung «24 Heures» beginnt er 1981 als freier Journalist für «L’Hebdo» zu schreiben. Anfänglich verantwortlich für die Agenda, arbeitet er auch als Redaktionssekretär, übernimmt die Leitung der Rubrik Kultur und wird schliesslich stellvertretender Chefredaktor. 2011 wechselt er als Kulturjournalist mit Spezialgebiet Film und grossem Interesse für Comics zu «Le Temps» in Genf. 2005 ist er Mitglied der von Zep geleiteten Jury am «Festival d'Angoulême», 2016 nimmt er in der Jury des Festivals «Vision du réel» Einsitz. Antoine Duplan wurde an den Solothurner Filmtagen bereits 2006 mit dem ersten «Prix Pathé» ausgezeichnet. 

Stéphane Gobbo

Stéphane Gobbo schliesst seinen Master in Filmgeschichte und –ästhetik an der Universität Lausanne im Jahre 2000 ab. Nach kurzen Tätigkeiten als Redaktionssekretär bei den Zeitschriften «FILM» und «Ciné-Bulletin» absolviert er ein Journalismuspraktikum bei der Kulturredaktion der Tageszeitung «La Liberté». In den Jahren 2015 und 2016 ist er Delegierter der «Semaine de la critique» am Filmfestival Locarno. Derzeit leitet Stéphane Gobbo die Rubrik Kultur der Tageszeitung «Le Temps», eine Funktion die er vorher bereits beim Wochenmagazin «L’Hebdo» inne hatte. Er ist zudem Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbandes der Filmjournalistinnen und –journalisten (SVFJ).

Sylvie Bonier

Sylvie Bonier wird in Frankreich geboren. Sie interessiert sich bereits sehr früh für Musik und schreibt. Nach der Matur in Geisteswissenschaften und Philosophie beginnt sie im Alter von 17 Jahren am Collège Madame de Staël in der Nähe von Genf zu unterrichten. Mit 22 Jahren steigt sie als Musikkritikerin bei der «Tribune de Genève» ein, vorerst für die regionalen Seiten. Nachdem sie das Pianistinnen-Diplom des Konservatoriums Neuenburg in der Tasche hat, macht sie verschiedene Stellvertretungen am Konservatorium Genf und macht sich bald als Musiklehrerin selbständig. Es folgen Radioerfahrungen bei «Espace 2» und «Radio Lac» und Teilnahmen am Wettbewerb «Concours de quatuor à cordes» in Evian. 1998 macht Sylvie Bonier das Journalismusdiplom und wird von der «Tribune de Genève» angestellt. Sie verantwortet das Dossier der klassischen Musik bis 2013, als sie zu «Le Temps» wechselt.

Tout court 2018

Hans Jürg Zinsli machte am 13. Juni 2017 auf Facebook mit einem Kurztext auf das Erscheinen der Xavier-Koller-Collection aufmerksam und verwies damit gleichzeitig auf seine Besprechung der DVD-Box in der Berner Zeitung. Mit seinem freien und treffsicheren Assoziieren gewann er die Jury für sich und gewinnt den Preis «Tout court». 
 

Tipp zur Xavier Koller-Collection, Facebook, 13. Juni 2017

Hans Jürg Zinsli

Hans Jürg Zinsli, geboren 1968 in Zürich, schreibt in frühen Jahren selten kurze Sätze. Im Laufe seines Germanistik- und Journalismus-Studiums in Fribourg, Berlin und Zürich tritt kaum Besserung ein, aber bald wird er zu Disziplin angehalten. Seit 1998 wirkt Zinsli als Filmredaktor bei der Aargauer Zeitung, von 2006 bis 2017 bei der Berner Zeitung. Heute ist Zinsli Mitglied der Schweizer Filmakademie, Autor eines überschaubaren Romans (Zas Bros.: «Die Puppen von Zerbau»), Whiskyblogger und Tennislehrer im Ruhestand. Ab 2018 wirkt er in der Tamedia-Redaktion. Ob er sich weiterhin kurz fassen wird, das wissen die Götter.

Der Jury 2018 gehörten Edna Epelbaum (SKV), Sylvia Gantenbein (Pathé Films AG), Stephan Herzog (Pathé Schweiz), Seraina Rohrer (Solothurner Filmtage) und Martin Walder (SVFJ) an.

Bisherige Preisträger und Preisträgerinnen »

Nacht der Nominationen
Bekanntgabe der Nominationen für den Schweizer Filmpreis

Der Schweizer Filmpreis wird jährlich ausgerichtet und ist der höchst dotierte Preis im Schweizer Film. Er zeichnet die Erfolge des Schweizer Films in folgenden Kategorien aus:
 

  • Bester Spielfilm
  • Bester Dokumentarfilm
  • Bester Kurzfilm
  • Bester Animationsfilm
  • Bestes Drehbuch
  • Beste Darstellerin
  • Bester Darsteller
  • Beste Darstellung in einer Nebenrolle
  • Beste Filmmusik
  • Beste Kamera
  • Beste Montage
  • Bester Abschlussfilm
Schweizer Filmpreis

Die Nominationen werden vom Bundesamt für Kultur und der Schweizer Filmakademie an der «Nacht der Nominationen» in Solothurn bekannt gegeben. Alle nominierbaren Filme sind im Programm der Solothurner Filmtage. Die 2008 gegründete Schweizer Filmakademie bestimmt in einer geheimen Wahl ihre Preisanwärter. Nominiert werden Personen und Filme in elf Kategorien. 

Mehr zum Schweizer Filmpreis

Mehr zur Schweizer Filmakademie

Schweizer Fernsehfilmpreis

Der Schweizer Fernsehfilmpreis ehrt Schweizer Schauspielerinnen und Schauspieler für die beste Hauptrolle oder die beste Nebenrolle in einer Schweizer Fernsehproduktion. Vier Kategorien sind mit je CHF 10’000.- dotiert.

Der Preis wird von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von SWISSPERFORM und der Solothurner Filmtage vergeben. Er ist gestiftet von SWISSPERFORM.

Der Schweizer Fernsehfilmpreis besteht seit 2001. Seit 2011 wird er im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen.

Die feierliche Preisverleihung mit Laudatio findet am Sonntag, 28. Januar 2018 um 17:15 Uhr in der Reithalle statt. Durch die Preisverleihung führt die Schauspielerin Charlotte Heinimann.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2018

Stephanie Japp
Weibliche Hauptrolle in «Private Banking»

1972 in Zürich geboren, studierte an der Hochschule der Künste in Bern. 1995 wurde sie Mitglied des Ensembles im Theater Dortmund und gewann dort 1998 den Theaterpreis Dortmund als beste Nachwuchsschauspielerin. Seit 2000 ist sie eine feste Grösse in der deutschsprachigen Film- und Fernsehlandschaft. Sie war unter anderem in «Der Kriminalist», «Nils Holgerssons wunderbare Reise», «Meine Name ist Eugen» und «Hirngespinster» zu sehen. Ihr letzter Auftritt als Psychologin in «Tatort – Zwei Leben» wurde hoch gelobt. 2008 gewann sie den Prix SWISSPERFORM als beste Hauptdarstellerin im Fernsehfilm «Jimmie» und 2016 den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF) für ihre Rolle der Rieke Dreher in dem Fernsehfilm «Das Programm».

Marcus Signer
Männliche Hauptrolle in «Wilder»

1964 in Bern geboren, wo er 1982 eine Ausbildung an der Theaterwerkstatt als Schauspieler und Animator begann und bis 1992 deren Mitglied war. Nachdem er ein Stipendium in New York abgeschlossen hatte, arbeitete Signer unter anderem als freier Schauspieler am Stadttheater Bern, dem Theater Club 111 und dem In Situ in Chur. Er übernahm nebst Theaterrollen ebenfalls Aufträge in Film- und Fernsehproduktionen, Werbespots oder Hörspielen. 2012 gewann Signer für seine Rolle als Mischa in «Mary & Johnny» den Berner Filmpreis und 2014 den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller für die Titelrolle von «Der Goalie bin ig». In der 2017 produzierten sechsteiligen TV-Serie «Wilder» spielt Signer den Ermittler Manfred Kägi.

Anna Schinz
Weibliche Nebenrolle in «Private Banking»

Geboren 1987. Schauspielstudium an der Zürcher Hochschule der Künste. Parallel Auftritte am Schauspielhaus Zürich, Theater am Neumarkt und dem Theater der Künste sowie in zwei Spielfilmen und sechs Schweizer Tatort-Folgen. Weiter spielte sie u.a. in «Heidi» (Kino), «Gotthard» (Fernsehfilm) und «Wilder» (TV-Serie). Anna Schinz hat bereits einige Auszeichnungen und Förderungen erhalten, so den Studienpreis Schauspiel des Migros-Kulturprozent, den Friedl-Wald-Studienpreis Schauspiel, den Förderfond der Fritz-Gerber-Stiftung, den Solopreis der Zürcher Hochschule der Künste, den Oprecht Preis für ausserordentliche Leistung am Intendatenvorspiel sowie den Solopreis am Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielschulen.

Karim Barras
Männliche Nebenrolle in «Quartier des banques»

Geboren und aufgewachsen in Genf, nahm Karim Barras nach seiner Schauspielausbildung am Institut National Supérieur des Arts du Spectacle (INSAS) in Brüssel an zahlreichen Theateraufführungen in Belgien, der Schweiz und Frankreich teil. Für seine Interpretation von Shakespeares Hamlet erhielt er 2013 in Belgien den Preis für den besten Schauspieler. 2014 spielte er in der RTS-Serie «A livre ouvert» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond. Ausserdem war er in der auf Arte und Netflix ausgestrahlten Serie «Au service de la France» zu sehen, sowie erst kürzlich an der Seite von Olivier Gourmet und Bouli Lanners in dem belgischen Spielfilm «Tueurs» von F. Troukens und J.-F. Hensgens.

Trickfilm-Wettbewerb

Der Trickfilm-Wettbewerb wird von der Schweizer Trickfilmgruppe (GSFA) kuratiert. SUISSIMAGE und SSA stiften drei Publikumspreise im Gesamtwert von CHF 10’000.– für die besten Animationsfilme. Die Preisverleihung findet im Rahmen der «Upcoming Award Night» statt.

Bisherige Preisträger

Filmprogramm

Sa 27.1. 14:30 Reithalle | Mo 29.1. 12:00 Kino Canva Blue

Airport Michaela Müller | CH / HR | ani 11'

Der kleine Vogel und die Raupe Lena von Döhren | CH | ani 4'

Living Like Heta Bianca Caderas, Isabella Luu, Kerstin Zemp | CH | ani 6'

59 secondes Mauro Carraro | CH/FR | ani 16'

In a Nutshell Fabio Friedli | CH | ani 6'

Ooze Kilian Vilim | CH | ani 5'

La femme canon David Toutevoix, Albertine Zullo | CH / FR / CA | ani 12'

La bataille de San Romano Georges Schwizgebel | CH | ani 2'

Intimity Elodie Dermange | CH | ani 5'

Vent de fête Marjolaine Perreten | CH / FR | ani 10'