1972 | 30 min

Zur Wohnungsfrage 1972

Regie

Hans Stürm
Nina Stürm

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«Städteplaner fragen sich besorgt, ob wir auf ‘stadtlose’ Gebilde zusteuern, Architekten empfinden die Stadt als Alptraum, Soziologen zeichnen mit erschreckenden Bevölkerungsstatistiken dunkle Zukunftsvisionen.» (Reinhard Schmid, Theologe).

«Die Gesellschaft von morgen bildet sich mit beängstigender Geschwindigkeit, ihr Gefäss, der menschliche Lebensraum, die Stadt ist krank.» (Eckhard Schulze-Fielitz, Architekt)

«Der Blick auf die wachsenden Gebilde, die einstmals Städte waren, zeigt uns, dass sie einem Menschen gleichen, der verzerrt wird durch krebsige Tochtergeschwülste.» (Alexander Mitscherlich, Psychiater).

Überall die gleichen, von der Wirtschaft und den Verwaltungen überwucherten Innenstädte und die trostlosen, grünen Wohnghettos an den Stadträndern. Das Klagelied von der Unwirtlichkeit der Städte hört man gleichermassen von Politikern, Planern, Architekten wie von den Betroffenen. Selbst die daran so interessierten Wohnbaugesellschaften Immobilienfirmen und deren Hintermänner, die Banken, Versicherungen etc., flüstern hinter vorgehaltener Hand: «Jeder Mensch wäre lieber…, doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.» (Mackie Messer)

«Seltener als die Aufzählungen von bevorstehenden Katastrophen hört man etwas über ihre wirtschaftlichen, politischen und sozialen Ursachen.» (Jörn Janssen, Dozent)

Sucht man nach den Ursachen, so findet man überall nur sogenannte «Sachzwänge». Der Architekt unterliegt den Sachzwängen der Baugesetze und Raumordnungen. Der Stadtplaner unterliegt den Sachzwängen der Besitz- und Wirtschaftsverhältnisse, und die Besitzer und Investoren «unterliegen» dem Sachzwang der Profitmaximierung.

Da man also hier und jetzt nichts ändern könne, muss man für die Zukunft planen, z.B. die Verkehrswege und -mittel für tote Städte, wissend, wie viel sie zum Sterben der Städte beitragen.

Seien wir Realisten, und planen wir, was kommen muss – nämlich, getreu unserer heiligsten Maxime, was der privatwirtschaftlichen Bereicherung am förderlichsten ist.

Regie
Hans Stürm
Portrait von  Hans Stürm

Filmographie

Klingenhof | 2004
Kaddisch | 1996
Sertschawan | 1992
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Nina Stürm
Credits

Crew

Regie Hans Stürm, Nina Stürm
Drehbuch Hans Stürm
Kamera Hans Stürm, Hans Ulrich Schenkel
Schnitt Hans Stürm, Nina Stürm
Produzent/-innen Hans Stürm

Verleih Schweiz & World Sales

Film-Pool

Zürich
Schweiz

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