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Laudatio Prix de Soleure 2022 - Wet Sand

Autor*in

Olivia Pedroli, Nicole Vögele, Matthias Zschokke

Datum

26. Januar 2022

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Eine sonderbare, schwere Mechanik läuft ab.

Eine einfache Geschichte von archaischer Unausweichlichkeit.

In der man nicht wissen will, wie es weitergeht, sondern wie es geht.

Man will die Absurditäten wahrnehmen, die Kürze des Lebens wahrnehmen. Die unermessliche Weite der Zeit hinter und vor uns.

Figuren in einem aus der Welt gefallenen Ort haben gehört, die am Meer leben seien glücklicher. Sie sitzen da und schauen auf das schwarze Wasser vor sich und fragen sich, ob das ein Meer sei.

Sie haben sich an die Dinge gewöhnt, an denen sie verzweifeln.

Manchmal geht in einem ihrer Gesichter kurz die Sonne auf.

Die Darsteller spielen nicht, sie sind. Ganz bei sich. Weil es keinen Sinn hat, woanders zu suchen in der Hoffnung, etwas Besseres zu finden.

Wunderbar durchlässig, weltweit zu lesen und zu verstehen.

Ein grosser Film.

Ein ruhiger Film.

Trotzdem voller Lärm, der nachhallt.

Eine Geschichte, die einen unwiderstehlichen Sog entwickelt in die Leere des Ausgangs.

Eine Geschichte, die in einem Land spielt, das vergessen hat wo es liegt,

unter Menschen, die schweren, schwarzen Wein trinken, weil sie den schon getrunken haben, als man in Frankreich noch nicht einmal wusste, wie man Wein keltert.

Menschen, die nach Regeln leben, die sie selber nicht mehr verstehen.

 

Die Jury ist beeindruckt vom Talent, mit dem die Regisseurin Ton, Bild und Musik miteinander verschmelzen lässt, so dass sich die Zeit bis an ihre äussersten Grenzen dehnt und uns in einen vibrierenden Zustand versetzt.

Wir sind berührt von der Zärtlichkeit und Selbstverständlichkeit mit der der Film Tabus anfasst und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten bricht.

Der Prix de Soleure 2022 geht an WET SAND von Elene Naveriani, produziert von maximage.

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