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Hommage Jean-Louis Porchet

Autor:in

Gérard Ruey

Datum

12. Januar 2026

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Jean-Louis Porchet

Jean-Louis Porchet (1949–2025)

Am 31. März 2025 verstarb Jean-Louis Porchet.

Der 1949 geborene Porchet war ein Liebhaber guten Essens, ein Genussmensch, eine intuitive und großzügige Persönlichkeit. Als Produzent hat er Dutzende bedeutende Filme in der Schweiz und im Ausland begleitet, die bei den grössten Festivals der Welt gezeigt und ausgezeichnet wurden.

Sein Interesse für das Kino wurde durch eine Begegnung mit Charles-Henri Favrod geweckt. Dieser ermöglichte ihm eine Zusammenarbeit mit Marcel Ophüls, der gerade «Le Chagrin et la Pitié» drehte.

Nachdem er als Regieassistent beim Film «Seuls» von Francis Reusser mitgearbeitet hatte, schloss er sich dem «Film et Video Collectif de Lausanne» an. Dort war er am Ausbau der Tonstudioarbeiten beteiligt, und verantwortete insbesondere die Synchronisation mehrerer Produktionen der Télévision Suisse Romande.

1984 gründete er die Produktionsfirma CAB Productions, und bat mich, sein Partner zu werden. Damit begann eine fruchtbare Zusammenarbeit, die CAB Productions zu einer der bedeutendsten Produktionsfirmen der Schweiz machte, die unter anderem Filme von Alain Tanner, Michel Soutter, Francis Reusser, Jean-François Amiguet, Marcel Schüpbach, Jacob Berger, Dominique de Rivaz, Greg Zglinski, Germinal Roaux, Bruno Deville, Pierre Maillard oder Pierre-Yves Borgeaud produzierte. CAB Productions wechselte mühelos zwischen Spiel- und Dokumentarfilmen und engagierte sich gemeinsam mit der RTS auch im aufstrebenden Bereich der Fernsehserien mit Produktionen wie «C.R.O.M» oder «L’heure du secret».

Dank der Gründung des Koproduktionsfonds Eurimages im Jahr 1988 etablierte CAB auch Zusammenarbeiten auf europäischer Ebene, insbesondere mit Frankreich und Belgien. So beteiligt sich CAB unter der Initiative von Jean-Louis Porchet an der Produktion der berühmten Trilogie «Trois couleurs: Bleu, Blanc Rouge» von Krzysztof Kieslowski, «Rien ne va plus» und «Merci pour le chocolat» von Claude Chabrol,« Ma vie en Rose» von Alain Berliner, «Les convoyeurs attendent» von Benoît Mariage, «Les destinées sentimentales» und «Sils Maria» von Olivier Assayas.

Mit dem Ziel, die Schweiz als Drehort für internationale Filmproduktionen zu etablieren, war Jean-Louis Porchet auch an der Gründung von Swiss Film Location beteiligt.

Mit seiner gutmütigen Art, seiner Lebensfreude und seiner ansteckenden Begeisterung hat Jean-Louis Porchet mehr als 50 Jahre lang die Schweizer und die internationale Filmszene geprägt. Sein plötzlicher Tod hat viele Partner:innen, Mitarbeitende und Freund:innen tief getroffen.

Ich für meinen Teil werde mich an Jean-Louis' Großzügigkeit erinnern, an seine unvergleichliche Fähigkeit, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen, manchmal gegensätzliche Lager zu vereinen, an die sonnigen Momente unserer Zusammenarbeit, das ausgelassene Lachen, die üppigen Mahlzeiten, die manchmal etwas zu alkoholreichen Abende und die grossartigen filmischen Begegnungen.

Gérard Ruey

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