© Foto: Franco Marocco
Ursula Andress hat Filmgeschichte geschrieben. Ihre grössten Erfolge feierte die Berner Schauspielerin an der Seite internationaler Stars und in Produktionen, die das Kino der 1960er- und 1970er-Jahre prägten. Die Solothurner Filmtage widmen ihr das Spezialprogramm «Histoires» und würdigen damit erstmals in der Schweiz ihre aussergewöhnliche Filmkarriere. Die Filmreihe zeigt Ursula Andress in ihren legendären, aber auch weniger bekannten, humorvollen und subversiven Rollen und macht damit eine Schauspielerin sichtbar, die weit mehr ist als das «Bond-Girl» aus «Dr. No».
Das Programm umfasst rund zehn Filme, welche die Breite ihres Schaffens und die Vielseitigkeit ihrer Rollen abbilden. Gespräche mit Weggefährt:innen, Filmschaffenden und Persönlichkeiten aus ihrem Umfeld beleuchten diverse Aspekte ihrer Karriere.
Eine bescheidene Ikone
Abseits der Dreharbeiten suchte Ursula Andress (*1936) nie aktiv das Rampenlicht, gab selten Interviews und trat nur in Ausnahmefällen öffentlich auf. Es wurde hingegen viel über ihre Filmpartner wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Sean Connery berichtet sowie über ihre Beziehungen, etwa zu James Dean oder Jean-Paul Belmondo. Weniger Beachtung fand ihre eigene Rolle in der Filmgeschichte.
Die Schauspielerin war ihrer Zeit voraus: In ihren Rollen zeigte sich Andress selbstbestimmt und prägte Rollenbilder mit, die sich nicht auf gängige Klischees reduzieren liessen. In «La decima vittima» (Elio Petri, 1965) spielt sie eine eiskalte und erfolgreiche Jägerin. In diesem Schlüsselwerk karikiert sie gemeinsam mit Marcello Mastroianni eine futuristische Mediengesellschaft. Ein weiterer wichtiger Film in ihrer Karriere ist der Western «Soleil rouge» (Terence Young, 1971), an der Seite von Alain Delon, Charles Bronson und Toshirō Mifune. Im Schweizer Kino war sie hingegen nur selten zu sehen. Umso markanter wirkt ihr Auftritt in «Klassezämekunft» (1988).
Rahmenprogramm
Ursula Andress wird nicht persönlich an den Filmvorführungen teilnehmen. Die Filmreihe wird von Gesprächen und Einführungen, darunter das Diskussionsformat «Fare Cinema», sowie von einer vertiefenden Podiumsdiskussion mit Filmhistoriker:innen begleitet, die Ursula Andress‘ Werke im Kontext des Star- und Autorenkinos der 1960er- und 1970er-Jahre einordnen.
Details zum «Histoires»-Programm finden Sie im November hier.
Die 62. Solothurner Filmtage finden vom 20. bis 27. Januar 2027 statt.
«Histoires» ist das filmhistorische Programm der Solothurner Filmtage, das in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse und filmo mit einem thematischen Schwerpunkt durchgeführt wird. Zusätzliche Projektpartnerin für die 62. Solothurner Filmtage ist die Schweizerische Kulturstiftung für Audiovision.
Bisherige «Histoires»
- 61. Solothurner Filmtage 2026: Downtown New York
- 60. Solothurner Filmtage 2025: Jubiläumsprogramm zur Jura-Landschaft
- 59. Solothurner Filmtage 2024: 100 Jahre Praesens Film AG
- 58. Solothurner Filmtage 2023: Eine Zeitreise durch Utopien